Lik-Sang.com ist geschlossen. Das wohl erfolgreichste Online-Kaufhaus für Importware (nicht wenige der PSP.de-Leser und Redakteure haben ihre Konsolen bei Japan-Start dort gekauft) musste seinen Vertrieb auf Grund zahlreicher Gerichtsverfahren seitens Sony Computer Entertainment einstellen. Mit Verfahren in den wichtigsten Ländern Europas geht Sony vehement gegen den Ex- und Import von EU-fremden PSP-Konsolen fort.
In der Argumentation heißt es, dass dies zum Schutz der Kunden geschehe. Diese würden durch nicht CE-konforme Ladegeräte und eine nicht vorhandene Garantie Nachteile erleiden. Lik-Sang.com verschickt jedoch mit jeder PSP ein CE-normes und EU-kompatibles Ladegerät.
Das ist nicht das erste Mal, dass Sony gegen Importe vorgeht. Bereits zur Zeit der Playstation One gab es mehrere Gerichtsverfahren, um den Grauhandel mit Nicht-EU-Ware einzuschränken, bzw. vollständig zu verbieten. Lik-Sang.com konnte sich in der Internet-Ära seit dem Game Boy Advance einen Namen machen und überlebte selbst bereits zahlreiche Gerichtsverfahren (u.a. wegen „Kopierstationen“ für den GBA).
Interessant bei der Geschichte ist, dass zahlreiche Sony Europe Mitarbeiter ihre eigenen PSPs beim Japan-Launch auf der Lik-Sang.com-Plattform orderten. Der jetzige Schlag gegen das Unternehmen hat möglicherweise etwas mit dem anstehenden Release der Playstation 3 zu tun, die in Japan deutlich billiger zu haben sein wird, als in Europa. Zudem können besonders in den ersten Tagen des Japan-Releases der Konsole sehr hohe Summen auf den Original-Verkaufspreis aufgeschlagen werden, was für Importhändler eine wichtige Umsatzquelle darstellt.
Das PortableGaming-Netzwerk bedauert die Einstellung von Lik-Sang.com sehr, war der Laden doch ein verlässlicher Partner, der mit Gewinnspielen und Testmustern immer auf der Seite der Gamer stand. Hoffen wir, dass die Jungs und Mädels den Sturm überleben und irgendwann wieder auf die Beine kommen.