Mit Frauen in Videospielen ist das so eine Sache…
Um weibliche Heldencharaktere überzeugend in die virtuellen Abenteuer der heutigen Zeit zu integrieren, welche vorwiegend von muskulösen Geheimagenten und lebensmutigen Kriegssoldaten dominiert werden, müssen im Vornherein einige wichtige Fragen geklärt werden.
Brennpunkte wären zum Beispiel: Wie groß sollen Redegewandtheit bzw. Sprechdrang gewählt werden? Welche Oberweite passt am besten, um dem Charakter gerecht zu werden? Welche Farbe der Stöckelschuhe, mit denen die Dame später durch den Dschungel laufen soll? Wird das Inventar als rosa Handtasche oder doch lieber als Kosmetikkästchen dargestellt? Und ganz wichtig: Was zieht die Heldin an? Weißes Top und Jeans…!? Oder doch eher den modischen Minirock und ein T-Shirt? Und dann die Waffe – Handliches Pfefferspray oder die traditionellen Kampfmoves kratzen, beißen, spucken…?
Das Entwicklerteam Orbital Media startete vor Kurzem einen weiteren Emanzipations-Versuch und schickt die Kopfgeldjägerin Jenosa Arma auf eine höchst gefährliche Mission: Da von einem Forschungsschiff seit ungefähr zwei Tagen jedes Lebenszeichen zu fehlen scheint, soll die perfekt ausgerüstete Agentin der Crew einen prüfenden Besuch abstatten. Statt leicht schussligen Wissenschaftler bei ihrer Mittagspause trifft Jesona allerdings auf das Ergebnis verunglückter Experimente – die völlig neue Lebensform (als ob es inzwischen nicht schon genügend gäbe) „Scurge“, welche einen wirklich gesunden Hunger zu haben scheint und sich ausgesprochen angriffslustig verhält.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte Jesona bemerkt habe, dass der nachfolgende Trip nicht gerade den Charakter einer Urlaubsreise haben wird…
Um die bösartigen Scurge-Kreaturen aufzuhalten, verwendet die mutige Frau eine ganze Palette geheimer Waffensysteme, die auf verschiedene Gegnerklassen unterschiedlich intensiv wirken oder verwendet unfaire Power-Ups, wie Vorrichtungen zum Aufspüren von Feinden, um die Zeit zu verlangsamen oder um riesige Löcher zu überqueren.
Bei über 65 unbarmherzigsten Gegnersorten und mehr als 350 zu erforschenden Arealen ist gute Vorbereitung aber auch ein absolutes Muss, gerade weil die Kämpfe in stressiger Echtzeit ablaufen und sich der Heldin ab und an auch furchteinflössende Bosse (monströse Sandwürmer, Kanonentürme und andere Späße) in den Weg stellen werden.
Ursprünglich hatte man geplant, die Kopfgeldjägerin nur auf dem GBA gegen Horden gieriger Außerirdischer kämpfen zu lassen, neulich entschied sich Orbital Media diesbezüglich aber um: „Scurge: Hive Company Line“ kommt auch für den Nintendo DS, von einer speziellen Benutzung des Touchscreens oder dem eingebauten Mikrofon liegen uns jedoch noch keine Informationen vor.
Auch auf üppiges Bild- oder Videomaterial müsst ihr leider erst mal verzichten, lediglich zwei DS-Screenshots mit mäßiger Grafik und der offizielle Packshot wurden veröffentlicht.
Bis zum 26. Oktober diesen Jahres (dann erscheint das Sci-Fi-Actiongame voraussichtlich in den USA) sollten die Entwickler also noch einiges an optischer Qualität zulegen. Wobei natürlich auch hier die inneren Werte zählen…