Plattform: Game Boy Advance

Mega Man Mania

Und wieder einmal kehrt der blaue Roboter auf den GBA zurück, diesmal hat sich Capcom zu seinem Geburtstag etwas Besonderes ausgedacht. So werden in Mega Man Mania alle fünf Megaman-Teile vom Ur-Gameboy auf den GBA-Bildschirm gebracht. Man hat die Auswahl zwischen den klassischen Schwarzweiß-Abenteuern oder behutsam eingefärbten Varianten. Der ganze Spaß fing mit Mega Man - Dr Wilys Rache an, das, etwa zeitgleich mit Mega Man 2 (NES) für den Gameboy herauskam. Auch hier hatte man acht böse Droiden zu bezwingen, allerdings war die GB-Version im Vergleich mit dem großen Bruder reichlich abgespeckt. Am Anfang durfte man zwar aus vier Gegnern samt dazugehörenden Levels wählen, doch die letzten vier musste man lediglich in Dr Wilys Festung nacheinander umballern. Der Nachfolger hielt sich da schon eher an das NES-Vorbild, wenngleich sich der Robo damals noch nicht so flüssig steuerte, wie man es heute gewohnt ist. Mit Mega Man III war auch dieses Manko ausgemerzt; der Blauling konnte nun einen praktischen Rutsch-Move ausführen und seinen Megabuster aufladen, um Dr. Wilys Bohrinsel im Ozean zu versenken. Außerdem war hier schon der wandelnde Power-Up-Koffer Eddie (in der deutschen Übersetzung Utensilio) mit von der Partie. Auch ins Leveldesign kam mit dem dritten Teil etwas mehr Originalität. Teil Vier war schließlich ein erster Höhepunkt: erstmals gab es tatsächlich so etwas wie eine Story und Dialoge um den reumütigen Roboter Ballad und eine riesige Raumstation. Hier griff auch Dr Light selbst aktiv ins Spielgeschehen ein, indem er mit einer Item-Maschine diverse Power-Ups für seinen Schützling produziert, und einen neuen Helfer spendiert: das Vögelchen BEAT kam zum ersten (und auf dem GB zum letzten) Mal zum Einsatz. Der große Showdown und das wohl eigenständigste Megaman-Spiel auf dem Gameboy war Mega Man V. Es geht um neun Roboter, die die Erde überfallen. Diese unbekannten fremden Maschinen tragen diesmal nicht nur Namen, die mit -man enden, sondern sie heißen Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto und ihr Anführer Terra. Terra selbst fügt Mega Man schon zu Beginn des Spieles seine erste Niederlage zu, sodass er von Dr Light mit dem revolutionären Mega Arm und der Kampfkatze Tango ausgerüstet wird. Was folgt, ist ein sehr gut gemachtes Ballerspektakel mit interessanten Wendungen und einer hübschen Weltraumschlacht im umgebauten Cyberhund Rush. Obwohl die ersten Teile nicht sonderlich kreativ waren, entwickelte die Mega Man-Serie auf dem Gameboy nach einiger Zeit ein spielerisches Eigenleben und ist es wert, noch einmal gezockt zu werden. Man kann zu Remakes stehen, wie man will, dieses Paket ist durchaus reichhaltig und kann sicher noch einmal einen Achtungserfolg einheimsen. Außerdem können wir uns glücklich schätzen, dass wir es hier mit einem Capcom-Remake zu tun haben. Warum? Nun, Nintendo hätte jeden der Teile einzeln zum Vollpreis auf den Markt geworfen. Christian Luscher | Sagat

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