Im Test: Etrian Odyssey

„Früher war alles besser.” Ein beliebter Ausspruch, der nicht nur bezogen auf den Staat und die Gesellschaft, sondern auch im Videospielbereich gern verwendet wird. Mit vor Nostalgie glitzernden Augen werden sich RPG-Veteranen an die gute alte Zeit der Telnet Text-RPGs erinnern – in einer Zeit, wo Grafik mangels Rechenpower nur sekundär war und das Spielerlebnis primär durch fesselnde Geschichten und interessante Beschreibungen geprägt wurde. Sätze á la „Ihr wandert den düsteren Geröll-Pfad entlang. Plötzlich hört ihr ein Rascheln und dreht euch panisch um, nur um einem drei Meter großen Sumpf-Monster in die schleimigen, gierig dreinblickenden Augen zu schauen.” fesselten tausende Spieler an die Bildschirme. Heute sind derartige Beschreibungen etwas ins Hintertreffen geraten, da man sich nun beinah komplett auf den Effekt von schmucker Grafik verlässt und das nicht selten zu Lasten der Erzählkunst. Hersteller und Publisher Atlus entschloss sich dieser Tendenz entgegenzuwirken und kombiniert verklärte Text-RPG-Romantik mit den Vorteilen grafisch-orientierter Rollenspiele.

Das Ergebnis, „Etrian Odyssey”, wird im folgenden Test Text-RPG Nostalgikern, kritischen Fans von retro RPGs á la „Dungeon Master“ sowie RPG-Jüngern der Neuzeit standhalten müssen.

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