Ein jeder kennt die bereits lang vergangene aber dennoch immer wieder erzählte Geschichte, um das sagenhafte Spiel der glorreichen Könige. Streithähne, wie sie welche waren und äußerst kämpferisch veranlagt, gab es für sie keinen besseren Zeitvertreib, als eine ordentliche Schlacht mit viel Wumms und deftig Kanonenfeuer zu führen – taktisch versiert und einschlagend gut, versteht sich. Doch was sollte getan werden, wenn man einen heiß ersehnten Krieg führen wollte, die Munition jedoch nicht genügend vorhanden, das Heer für eine siegreiche Schlacht zu klein, oder die Widersacher zu stark waren? Von einem triftigen Grund für das blutig bevorstehende Gemetzel ganz zu schweigen. Ganz einfach: Man nehme ein flaches Brett, male es gleichmäßig schwarz-weiß-kariert an und stelle entsprechend des Heeres propagierende Figuren darauf; schwuppdiwupp, hat man das perfekte Strategiespiel für abendliche Kaminstunden hervorgezaubert, zusammen mit seinem Feind. Kurzum: Schach. Taktisch ausgefeilt, logisch versiert und vor allem sehr, sehr blutarm. So wurden damit nicht nur Unmengen an Menschenleben vor dem eventuellen Tod durch Krieg, daraus resultierenden Hungersnöten oder dergleichen gerettet, sondern auch eine eventuelle Revanche viel schneller in die Wege geleitet, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre.
Dass auch heute besagtes Spiel (zur Erinnerung: Wir reden hier immer noch von Schach) über Generationen hinweg fortwährend großen Anklang findet, ist dabei bestimmt für keinen eine großartige Neuigkeit. Einziger Unterschied zu früher ist es wohl definitiv, dass nun auch Normalsterbliche ihre Gefreiten auf dem Brett in den Kampf ziehen lassen, um den gegnerischen König schachmatt zu setzen. Mit „Schach DS“ ist dabei vor nicht allzu langer Zeit das erste Schachspiel für den DS erschienen, jedoch konnte dieses durch viele Negativpunkte nicht gerade überzeugen. Allein die integrierte Sprachsteuerung war ein Graus, von der unübersichtlichen Grafik ganz zu schweigen. Nun hat aber auch Softwareschmiede Ubisoft einen Ableger des berühmten Brettspieles auf Nintendos Doppelbildschirm umgesetzt. Dass es versucht, dieselben Fehler seines Mitstreiters zu umgehen, ist klar. Doch ist es „Chessmaster: Die Kunst des Lernens“ wirklich gelungen, die Fehler seiner Vorgänger auszumerzen, Konkurrenztitel „Schach DS“ mithilfe eines taktisch versiert gesetzten Zuges die Vorherrschaft am DS-Spielehimmel abzuluchsen und ein vollends gutes Schachspiel darzustellen? Wir haben die Kronen ausgepackt, das Feuer im Kamin entfacht und unseren zepterartig anmutenden Stylus geschwungen. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen unseres königlichen Tests!