Dass man als Kunde nur ungerne die Katze im Sack kauft, ist verständlich. Bei Videospielen kann es dann hilfreich sein, wenn man dem Endkunden das Produkt mittels einer kurzen Demo schmackhaft macht – glaubt man zumindest. Wenn es nach Jesse Schell, seines Zeichens Geschäftsführer von Schell Games und Analyst, gibt es aber auch eine Kehrseite der Medaille.
Bei seiner Präsentation im Zuge der kürzlich abgehaltenen D.I.C.E.-Konferenzen zeigte Schell eine Grafik, die die Endverkäufe von Spielen vergleicht, von denen im Vorfeld eine Demo, ein Trailer, beides oder gar nichts veröffentlicht wurde. Diese zeigt, dass ein nur durch Trailer gestützter Titel sich knapp doppelt so oft verkaufen konnte wie einer mit Demo und Trailer. Oder andersherum: Wer eine Demo veröffentlicht, riskiere Absatz-Einbußen in Höhe von 50%.
Grund dafür sei der Wirkungsunterschied der beiden Werbe-Medien. So sagt Schell: „Die Leute sehen einen Trailer und denken ‚Das ist cool! Ich muss das Spiel unbedingt ausprobieren und spielen!‘ Dann spielen sie die Demo, denken ‚Okay, ich hab’s ausprobiert. Schön.‘ und sind fertig damit. Bei den Sachen ohne Demo muss man das Produkt wiederum kaufen, wenn man es testen möchte!“
Direkt im Anschluss findet ihr eine Videoaufzeichnung von Schells gesamter Rede. Ab der Stelle 10:30 beginnt sein kurzer Kommentar zum Thema Demos.
Wie seht ihr das? Sind die kleinen Probierhäppchen wirklich dermaßen schädlich für die Industrie? Oder haben sie vielleicht euch schon auf das ein oder andere Spiel aufmerksam machen können, welches ihr sonst nie in Erwägung gezogen hättet?