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##titel:Seite 1: NES-Spiele die keiner will und ein Service der keiner ist##Knapp zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass die Nintendo Switch zum ersten Mal über die Ladentheke wanderte. Ich weiß noch ganz genau wie mich das Konzept damals nach der offiziellen Vorstellung und auf den ersten Events begeisterte. Ein leistungsstarkes Handheld, das auch am TV betrieben werden kann, was will man mehr? Nun, Spiele gibt es mittlerweile genug und die wöchentlichen Releasezahlen neigen sogar noch zum Anstieg. So langsam fragt sich dann aber auch der geduldigste Nintendo-Anhänger: „War es das schon?“. Sicherlich mag die Plattform Switch noch sehr jung sein und noch viele schöne Jahre vor sich haben, doch so ganz unbegründet kommt diese Frage dann doch nicht daher. Um meine Gedanken diesbezüglich zu ordnen, entschied ich mich, mal eine eher negativ angehauchte Kolumne zu verfassen und mal ordentlich auszuholen oder sogar mal grantig zu werden. Wer also lange Texte nicht mag oder „Nintendo-Gebashe“ nicht abkann, der sollte diese Seite nun besser schließen. Alle anderen lade ich aber herzlich dazu ein, sich meine Gedanken durchzulesen und vielleicht sogar selbst ein paar Statements im Kommentarbereich loszuwerden. Nochmal: Es kann emotional und sarkastisch werden, Vorsicht ist geboten! Also dann, mögen die Spiele beginnen! Oder auch nicht…
Teil 1: Das Drama um die NES-Spiele
PS Plus von Sony, Xbox Live Gold, beide Online-Services wurden zu Beginn verpönt und als freche Paywalls abgestempelt. Mittlerweile haben die Services aber immerhin eine ausgefeilte Server-Struktur und eine massive Bibliothek an teils sehr hochwertigen Spielen zu bieten. Nach einigen Jahren typischer „Nintendo-Verzögerung“ hat es dann aber auch mal die erste Nintendo-Konsole getroffen. Nintendo Switch Online verzückte zunächst mit seinem niedrigen Monats- oder Jahrespreis, spülte aber gefühlt mindestens doppelt so viel Unmut hoch. Ein Grund dafür: keine „richtigen“ monatlichen Games. Stattdessen bekommt man jeden Monat zwei asbachuralte NES-Games serviert, welche die meisten jungen Fans heutzutage nicht mal mehr kennen. Selbst mir (Baujahr 94) sind viele Titel nicht mal mehr ein Begriff. Sicher mag da auch der ein oder andere Klassiker wie Super Mario Bros. 3 oder The Legend of Zelda dabei sein, doch enorm vielen Leuten scheint das nicht zu reichen, was ich völlig nachvollziehen kann.

Fast ein Upvote-Downvote-Verhältnis von 1:4. Leider keine Seltenheit unter diesen Ankündigungsvideos.
Spiele dieser Generation sind einfach sehr inhaltsarm und sperrig zu spielen, mal abgesehen vom dadurch künstlich erhöhten Schwierigkeitsgrad. Ich will das den Klassikern gar nicht vorwerfen, es liegt halt einfach in der Natur der Sache, da Entwickler damals mit gewissen Limitationen klarkommen mussten. Schaut man sich die Vorstellungsvideos auf Youtube mal so an, liegen die negativen Bewertungen noch immer bei über der Hälfte der Stimmen. Ein Blick in die Kommentare zeigt spöttische und sarkastische Reaktionen, die teils bitterböse, teils schon wieder urkomisch sind, weil es einfach traurig und wahr ist. Was den Leuten scheinbar am meisten sauer aufstößt: Nintendo hört einfach nicht auf die Fans. Das Bittere daran ist, dass es schon eine Virtual Console gab. Ein großes Portfolio an beliebten Klassikern diverser Plattform, frei zum Erwerb und per Emulator auf der Konsole spielbar. Nintendo hat abseits vom NES so dermaßen viel Potenzial, dass man den Nintendo Switch Online Service mit SNES, N64, oder sogar Gamecube-Spielen bereichern könnte. Ich persönlich würde für NSO sogar gerne mehr bezahlen, wenn dann dafür ein paar legendäre Klassiker enthalten wären, die auch einen gewissen Mehrwert bieten.
Zusammenfassung Teil 1: Massig Potenzial verschenkt. Keine Besserung in Sicht.





Witzeleien stehen mittlerweile an der Tagesordnung. Unterhaltsam? Klar! Traurig? Auch das…
Teil 2: Das Drama um die Online-Services
Weg von den Klassikern, ab zu den modernen Spielen. Kaum ein Spiel kommt heutzutage noch ohne irgendeine Art von Online-Anbindung aus. Sei es Battle Royale, herkömmlicher Multiplayer oder Online-Koop, alles bedarf mittlerweile auch auf der Switch der kostenpflichten Mitgliedschaft. Schon zu DS-, 3DS-, Wii- und WiiU-Zeiten bekleckerte sich Nintendo nicht gerade mit Ruhm, wenn es um stabile Verbindungen ging. Wohlgemerkt reden wir hier von vier (!) Generationen, fünf wenn man die Switch mit einrechnet. Fünf Konsolengenerationen, in denen Lags und Abbrüche das Normalste auf der Welt sind. Wenn ich so zurückdenke, sind mir vor allem die unzähligen gescheiterten Quests in Monster Hunter-Spielen im Gedächtnis geblieben. Aber auch hauseigene Titel wie Mario Kart hatten nicht selten Probleme mit Rubber Banding und Verbindungsabbrüchen. Damals war das Nintendo Network wenigstens noch gratis, es gab also kaum Anlass zur Beschwerde. Nun hat Nintendo aber auch im Jahre 2019 – dem Beginn von 5G und Gigabit-Internet – demonstriert, wie „Online“ nicht sein sollte. Der Übertäter dieses Mal: Die an sich grandiose Sandbox Super Mario Maker 2 zum Test), welches zum ersten Mal auch kooperatives und kompetitives Spielen ermöglicht. Zumindest so halb, richtiger hieße es nämlich „zugänglich macht“. Kaum eine Runde vergeht ohne teils extreme Lags in Form von Slowdowns, oder gar kompletten Abbrüchen mitten in der Partie. Oft genug kommt es beim Matchmaking auch nicht mal zu einer Runde. Da hilft es traurigerweise nicht mal unbedingt, wenn man selbst seine Switch im Dock via LAN-Adapter betreibt. Das grottenschlechte WiFi der Switch, gepaart mit dem Peer-to-Peer-Prinzip und teils auch schlechten DSL-Verbindungen von Spielern, ergibt eine furchtbare Online-Erfahrung. Verfolgt man wie ich regelmäßig Mario Maker-Profis wie GrandPooBear oder Ryukahr, wird einem das noch bewusster. Beides extreme Nintendo-Fans, die auch viel verzeihen. Doch bei dieser Darbietung vergeht selbst den beiden Youtubern und Streamern die Lust. Mario-Gameplay in Zeitlupe macht einfach null Sinn… Währenddessen hat man bei Sony und Microsoft richtige Server, auf die sich die Spieler connecten, wie es eigentlich heute Standard sein sollte.

Leider kein Einzelfall, auch etliche andere Online-Spiele sind betroffen.
Die grausame Online-Verbindung der Switch und die damit einhergehenden Probleme sind jedoch nur ein Aspekt der Online-Services. Auch wirbt Nintendo mit gewissen Vorteilen und Extras. Bisher hat man davon nicht sonderlich viel gesehen. Bis auf teure NES-Joycons für oben genannte, verhasste NES-Spiele, sowie Game Coupons mit mäßiger Ersparnis gab es bis vor kurzem eigentlich nichts wirklich Brauchbares, bis auf den Lichtblick Tetris 99, den man aber wieder mit einem überteuerten DLC für mich persönlich zerstört hat. Immerhin haben die Japaner hier etwas nachgelegt und das Konzept der Probespiele ins Leben gerufen. In Japan konnte man zuletzt für einen bestimmten Zeitraum Captain Toad: Treasure Tracker uneingeschränkt spielen. Bei uns ist es hingegen das ebenfalls echt spaßige Mario Tennis Aces geworden. Diese Probespiele kann man in einem begrenzten Zeitraum von ein oder zwei Wochen herunterladen und spielen, als hätte man sie gekauft. Man hat also potenziell die Möglichkeit, ein Spiel ohne weitere Kosten komplett durchzuspielen. Das ist zwar noch lange kein Ersatz für richtige Spielelizenzen wie bei PS Plus und Co., doch immerhin ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.
Zusammenfassung Teil 2: Massig Potenzial verschenkt. Leichte Besserung in Sicht.

Ordner, Apps, ein Browser und sogar ein Achievement-System! Man wrd ja wohl noch träumen dürfen…
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##titel:Seite 2: Eine Plattform, die hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt##Teil 3: Das Drama um die Switch selbst
Kommen wir zum letzten Punkt, der Konsole selbst. Die Switch ist ohne Frage bisher meine meistgenutzte und absolute Lieblingskonsole. In spielerischer Hinsicht ist das Hybridkonzept einfach unglaublich genial, und die Auswahl an Software ist immens. Schon nach knapp zweieinhalb Jahren habe ich auf der Switch mehr Spiele und Spielstunden angehäuft, als auf Wii, WiiU und 3DS zusammen – das will schon was heißen. Dumm nur, wenn die Laune immer mal wieder in den Keller geht, weil Nintendo dieses wahnsinnig tolle Spielzeug unnötig zurückhält. Hier sind mir seit dem Launch leider zu viele Punkte aufgefallen, die man mit den richtigen Entscheidungsträgern und ein paar logischen Designänderungen hätte vermeiden können. Um hier keine weitere Textwand zu erzeugen, handele ich das Ganze einfach mal aufgrund der Menge in Stichpunktform ab.
Designs/Ordner
Über zwei Jahre ist die Konsole nun draußen, das erste Redesign schon im Handel, und die Switch Lite steht auch vor der Tür, doch noch immer gibt im Menüpunkt „Designs“ nur Schwarz und Weiß. Wenn man mich fragt, ein absolutes Armutszeugnis und noch dazu eine verpasste Einnahmequelle. Auf dem 3DS gibt es unzählige teils todschicke Designs. Einige davon gratis oder per MyNintendo freizuschalten, mal auch gegen Bares zu erwerben. Warum gibt es das noch immer nicht auf der Switch? Das minimalistische OS-Design gefällt zwar, doch ist es auch auf Dauer sehr trist und farblos. Wie schön wäre es beispielsweise, wenn nach dem Aufwecken der Konsole das sanfte Opening von Breath of the Wild erklingt, Link und Zelda mitsamt der Recken aus dem Hintergrundbild ins unsere Gesichter lächeln, und beim Durchklicken angepasste Sounds abgespielt werden? Das würde der Switch einfach viel mehr Abwechslung und vor allem mehr Leben einhauchen. Spieler und Spielerinnen lieben es, ihre Charaktere oder Systeme zu individualisieren. Doch Nintendo sagt nein. Ach übrigens: Wie wäre mit Ordnern um seine Spiele zu organisieren? Ich besitze fast 200 Titel, da einen länger nicht angerührten Titel zu finden ist schon eine Kunst. Der 3DS konnte auch das. Nur mal so ein Gedankenspiel.

Bei mittlerweile um die 200 Spiele wären Ordner langsam mal angebracht…
Bluetooth-Audio
Die PlayStation Vita machte es bereits vor, und ein Dritthersteller brachte es in Eigenregie mit dem Zubehör Genki auf die Switch. Die Konsole bietet zwar Bluetooth, jedoch nur um eine Verbindung zu den Controllern aufzubauen. Ein Bluetooth-Headset, wie man es von Smartphones ohne Klinkenanschluss heutzutage ja fast schon gezwungenermaßen gewohnt ist, kann man jedoch nicht verbinden. Mit dem Zubehör Genki kann man immerhin über einen Umweg das realisieren, was die Switch von Anfang an hätte selbst beherrschen sollen, und das sogar ohne Latenz, an zwei Kopfhörerpaaren und sogar akkuschonender (!) als bei der Soundausgabe via Lautsprechern. Gerade wenn man andere mit dem Sound zu belästigen droht , etwa auf der Couch während der Partner fernsieht oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, wäre das praktisch. Doch muss man immer zum Kabel greifen. Auch geben Bluetooth-Geräte meist den satteren Sound aus, da diese ihre eigenen Akkus und Soundchips haben. Der Pegel über den unklug platzierten Klinkenanschluss der Switch ist nämlich denkbar niedrig. Stimmung kommt da, zumindest bei mir, nicht auf.

Es bedarf erst genialen Zubehörs wie dem Genki-Adapter des Drittherstellers Human Things Inc.
(Voice-)Chat
Wenn wir schon über Bluetooth-Headsets reden, kann ich einfach nicht anders als zum Voice-Chat überzuschwenken. Hier verwendet Nintendo eine App für Smartphones, welche wiederum Bluetooth unterstützen. Die App ist jedoch nicht für jedes Spiel nutzbar, was das Ganze… Ok, lassen wir das. So gut wie niemand nutzt diese App, weil sie einfach schlecht ist. Die Konsole sollte so etwas wie simple Kommunikationsmöglichkeiten selbst beherrschen. Ein paar Stichworte dazu: Parties, Invites, Chat, Voice-Chat und so weiter und so fort. Verdammt Nintendo, selbst der DS mit PictoChat konnte mehr!

Paradoxon à la Nintendo: Stationäre Portabilität! Genau mein Humor!
Streaming-Apps
Netflix, Discord und wie sie alle heißen, haben schon oft in sozialen Netzwerk kundgetan, gern eine App für die mittlerweile sehr verbreitete Switch anbieten zu wollen. Zwar gibt es inzwischen YouTube auf der Konsole, doch wo bleibt der Rest? Kommen Netflix, Prime Video und Co. überhaupt nochmal? Will man uns damit zur E3 2020 oder in einer Nintendo Direct überraschen? Wozu aber dieses Potenzial künstlich zurückhalten? Raus damit, die Leute wollen konsumieren! In den USA gibt es immerhin Hulu als Switch-App, warum nicht auch bei uns mit lokal angebotenen Diensten? Ich. Verstehe. Es. Einfach. Nicht. Zumindest der bald auch hier startende Streaming-Dienst Disney+ hat schon eine Switch-App (seitens Disney) zugesichert bekommen. Mal sehen ob Nintendo nicht dort auch schon ein Widerwörtchen einlegt.

Selbst Nintendo-Forscher sind ratlos was hier abgebildet sein soll.
Unabhängige Experten gehen von einem futuristischen Fortschritts-Anzeige-System aus.
Andere Kleinigkeiten
Weiter mit den W-Fragen! Warum muss ich zehn Tage warten um sehen zu können, wie lange ich ein Spiel gespielt habe? Warum trackt die Switch anfangs noch im stündlichen Rhythmus, später aber nur noch alle fünf Stunden? Warum nicht einfach einen unglaublich praktischen Aktivitätslog, wie es ihn schon auf dem 3DS und der Wii(U) gab? Warum ruckelt der eShop? Warum hat das Dock nicht standardmäßig einen LAN-Port? Warum gehen die Joy-Cons nach so kurzer Zeit kaputt? Warum geht man mit der Switch Lite weg vom eigentlichen Konzept der Plattform? Die Switch Lite hätte ja an sich auch ihren Zweck als primär portable Konsole erfüllt. Aber warum kann ich sie nicht ins Dock stecken? Sogar die Führungen dafür an der Unterseite der Switch Lite sind noch vorhanden. Immerhin hat aber die Akkulaufzeit und bei dem bereits erhältlichen Redesign der „großen“ Switch einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Man muss ja auch mal etwas Positives loswerden.
Zusammenfassung Teil 3: Massig Potenzial verschenkt. Keine Besserung in Sicht, bis auf die bessere Akkulaufzeit.
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##titel:Seite 3: Ein ernüchterndes Fazit##Mein ernüchterndes Fazit:
Beim Schreiben dieses Artikels ist meine Laune so krass gesunken, dass mir eigentlich nun die Worte fehlen und einfach keine Lust mehr vorhanden ist, überhaupt noch irgendwas zu schreiben. Ich sehe einfach keine Besserung im Hause Nintendo. Man hört nicht auf die Fans, man hält so viel Potenzial zurück, dass es einfach schon wehtut. Ich frage mich immer öfter: „Wer trifft bitte bei Nintendo diese dämlichen Entscheidungen?!“. Der Gedanke an eine Switch Lite, also ein kompakteres Gerät mit mehr Akkulaufzeit wäre an sich für mich ein Nobrainer. Da man diese aber nicht docken können wird, und auch sonst jegliche Features fehlen, wird ein Kauf wohl ausbleiben. Ich vermisse Designs, Streaming-Apps, reibungsloses Online, und alles was andere Konsolen und sogar Nintendos eigene Vorgänger (!) schon seit Jahren beherrschen. Youtube-Videos und Newsmeldungen auf der Switch zum Thema Nintendo Switch Online werde ich wohl auch weiterhin negativ bewerten. Ordner werden wohl nie kommen und generell hat Nintendo es geschafft mir jeglichen Optimismus in Hinsicht auf die Zukunft der Switch zu rauben. Das macht mich einfach nur traurig, da die Switch mehr verdient hat. Wären sie nur halb so konsequent dabei die Plattform zu bereichern, wie sie es beim Zulassen von allem möglichen Quark im eShop sind, dann wäre das hier die ultimative Spielkonsole für mich, und sicher auch für viele andere. Ob ihr mir nun widersprecht, einige oder sogar alle Standpunkte teilt, spielt auch keine Rolle. Denn dass die Plattform „Switch“ erhebliche Defizite hat, ist nun mal leider Fakt und nicht von der Hand zu weisen. Und nun noch ein letztes Mal:
Zusammenfassung Fazit: Massig Potenzial verschenkt. Warum?
Na, wer kennt es noch? Im Vorfeld des 5.0 machte dieser Fake die Runde.
Leute träumten von einer blühenden Switch-Zukunft, wachten aber anschließend doch auf…