1. Advent: Unsere Wunschzettel-Empfehlungen 2017


Switch | 3DS | PS Vita ##header##
Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Noch nicht, aber sehr bald! Das sollte wohl auch anhand des ersten Adventslichtleins bestens ersichtlich sein. Manch Zocker wird angesichts der regelrechten Flut an Software-Perlen, die dieses Jahr auf so ziemlich alle aktuellen Plattformen schwappte, in Entscheidungsnot geraten. Was soll nun den begrenzten Platz unter dem grünen Tannenbaum einnehmen? Wir wollen daher auch in diesem Jahr wieder Entscheidungshelfer spielen und euch jeweils fünf Spiele für den 3DS, die PS Vita und natürlich auch die Nintendo Switch vorstellen, die durchaus eine Erwägung wert sind. Falls ihr gewisse Titel dabei vermissen solltet: Spiele wie The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Super Mario Odyssey oder die neuen Pokémon-Editionen empfanden wir als so offensichtlich, dass ihr sie wahrscheinlich eh schon unterm Baum oder gar bereits im Modulschacht habt. Deswegen räumen wir den Platz im Rampenlicht lieber anderen Titeln. In diesem Sinne viel Vergnügen mit unseren beschaulichen Weihnachtsvorschlägen!

Andy Dück [awieandy] lässt die anderen seinen Staub fressen:
Fast RMX


Nintendo scheint sich ja schwer zu tun, ein neues F-Zero herauszubringen. Da bringt der deutsche Entwickler Shin’en kurzerhand die verbesserte Version vom Wii U-Titel Fast Racing Neo auf die Switch. Das englische „Fast“ ist mehr als zurecht im Namen, denn hier ist in der ersten Spielstunde schon einfaches Geradeausfahren eine Herausforderung. Hat man sich aber an das Fahrverhalten angetastet, fängt das Spiel erst richtig an Spaß zu machen, besonders wenn man bei bis zu 900 mp/h um die Kurve düst, gekonnt Hindernissen ausweicht, dabei Boost-Kugeln aufsammelt, nebenbei noch die Phase für den nächsten Boost-Streifen wechselt und die Ideallinie haltet, während man den Turbo durchdrückt. Das gehört schließlich dazu, um Champ zu werden, denn die KI ist unverzeihlich. Hat man den Hypersonic-Cup bezwungen kommt einem die langsamste Klasse, Subsonic, wie Schneckentempo vor. Für seinen Preis bekommt man hier ein gutes Stück an Content, welcher mit Gratis-DLC sogar noch einmal erweitert wurde.

Nicola Hahn [501.legion] erkundet unbekannte Tiefen:
SteamWorld Dig 2


Mich hatte die SteamWorld-Reihe schon vor einigen Jahren in seinen Bann gezogen. Aber eigentlich begann meine Reise in diese geheimnisvolle Welt erst so richtig zur gamescom 2015, denn spät Abends nach den ersten Messetagen kramte ich meinen 3DS aus und stöberte im eShop. Da am nächsten Tag auch schon ein Interview mit Image & Form anstand, schnappte ich mir deren 3DS-Erstlingswerk SteamWorld Dig und war wenig später schon fleißig am Buddeln. Graben, Ressourcen sammeln, diese verkaufen, Werkzeuge upgrade und zurück in die Mine um den Weg nach unten weiter zu erkunden. Dieses simple und doch geniale Gameplay hatte mich wenige Minuten später gefesselt. Als uns dann am nächsten Tag auch gleich die Fortsetzung SteamWorld Heist vorgestellt wurde, musste ich mich zusammenreißen um die Anzockversion auch wieder herzugeben und das obwohl sich die Entwickler einem komplett anderen Genre widmeten.

Auf der nächsten gamescom konnte uns CEO Brjann Sigurgeirsson zur Zukunft der Reihe nicht viel verraten, das Interview dazu blieb dementsprechend vage. Doch mit der Ankündigung der Nintendo Switch und wenig später auch mit der Fortsetzung SteamWorld Dig 2 kamen die vergangenen Erinnerungen wieder auf und auf der diesjährigen gamescom wurde ich in meiner hohen Erwartung bestätigt. Und jetzt nach dem Release bin ich fest überzeugt: Dieser Titel ist für mich DAS Spiel des Jahres und wirklich jeder soll sich das gefälligst kaufen oder zu Weihnachten wünschen! Erlebt auch die Abenteuer von Dorothy, die nach ihrem alten Freund Rusty sucht und dafür unglaubliche Reisen durch den Untergrund unternimmt. Es gibt wirklich soooo außerordentlich viel zu entdecken und zu tun in diesem Spiel! Es ist eine wahre Freude durch Dungeons und selbst gebaute Minengänge zu buddeln und auch Übertage gibt es einiges zu erforschen. Wie gesagt, meines Erachtens nach ein Must-Have für jeden Switch-Eigentümer und definitiv meine Empfehlung für eure Wunschliste!

Sebastian Mauch [Paneka] findet, dass jemand anderes als Mario auf den 2D-Jump-’n‘-Run-Thron gehört:
Rayman Legends: Definitive Edition


Sakrileg! Allein aufgrund der Überschrift hätten eingefleischte Nintendo-Fans Grund genug, mich ans virtuelle Kreuz zu nageln. Aber halt, nicht so schnell! Hört euch erst meine Erklärung an! Mario ist toll, ohne Frage. Doch schwächelte unser aller Lieblingsklempner gegen Ende seiner 2D-Jahre doch ziemlich. Klar war ein New Super Mario Bros. unbestreitbar ein spaßiges Spiel, aber auch auf keinen Fall DER 2D-Hüpfer. Der Grund dafür heißt Rayman.

Als Kind habe ich das Ur-Rayman auf der PlayStation (1) geliebt. Seitdem kam ich jedoch nie wieder wirklich mit einem Spiel der Reihe in Berührung. Mit den Jahren verlor ich so auch mehr oder minder den Herausgeber Ubisoft aus den Augen. Doch nun ist die Switch auf dem Markt und was soll ich sagen? Ubisoft is back! Zwar erschien Rayman Legends schon gefühlt auf jedem Entertainment-System dieser Erde, doch erst die Switch führte mich durch einen Impulskauf zu diesem Spiel. Die Gründe, warum ich Raymans Abenteuer besser finde als die 2D-Marios, sind mannigfaltig. Sei es die grandiose Optik aus den Tiefen des UbiArt Frameworks oder der geniale Humor des Retters ohne Gliedmaßen – dieses Gesamtwerk macht einfach Laune. Natürlich ist auch das Gameplay auf den Punkt und bietet jede Menge Spielraum zur Perfektion. Bevor es aber hier noch weiter ausufert, möchte ich nur noch folgendes loswerden: Noch nichts zum Spielen für die Weihnachtszeit? Nun, Rayman Legends könnte für jede Menge Spaß sorgen.

Tjark Michael Wewetzer [Alanar] lässt die Pinguine los:
Disgaea 5 Complete


Ihr sucht nach einem richtig umfangreichen Strategie-Rollenspiel und das neue Fire Emblem-Hauptspiel ist euch noch zu weit entfernt? Dann könnte die verrückte Rachestory von NIS America genau eure Kragenweite sein! Die Complete-Edition des von der PS4 stammenden Disgaea 5 bringt nämlich die gewichtigen Hauptinhalte des Basis-Spiels mit und garniert das Paket mit allen DLC-Zusätzen, die der Season Pass der Ursprungsversion so mitbrachte. So könnt ihr euch etwa mit der Crew aus Disgaea 3 auf einen etwas anderen Schulausflug begeben oder Makai Kingdoms hauseigenen Badass Freakin‘ Overlord Zetta in eure Gruppe aufnehmen – vorausgesetzt, ihr überlebt seine nicht ganz zimperliche Questreihe. Oder ihr geht erst einmal gemütlich der Hauptgeschichte nach, die sich um eine bunte Truppe von Dämonen und Overlords dreht, welche allesamt ein Hühnchen mit dem fiesen Eroberer Void Dark zu rupfen haben. Serientypisch kommt der Humor dabei natürlich nicht zu kurz und die liebenswürdigen Charaktere spielen dabei definitiv eine entscheidende Rolle, doch Disgaea 5 geizt auch nicht mit ernsten oder gar bewegenden Momenten im Zuge der umfangreichen Kampagne.

Ein weiterer Kernreiz des Spiels, ja sogar der ganzen Reihe, ist das stetige Hochzüchten eurer Kampfgefährten, was in Teil 5 so vielfältig wie nie zurvor vonstatten geht. Die zufallsgenerierten Item-Welten melden sich zurück und warten nun mit alternativen Routen und anderen Boostern auf, damit ihr eure sorgsam erbeuteten Gegenstände genau so stärken könnt, wie ihr es wünscht. In der als Brettspiel aufgebauten Chara World dürft ihr dann eure Einheiten selbst – egal ob Protagonist von Rang und Namen oder generischer Axtschwinger mit lustigem Namen aus dem Zufallsgenerator – ein wenig feintunen. Wobei hier natürlich einiges an Würfelglück vorausgesetzt ist! Und wenn ihr dann mal auf die sagenumwobene Stufe 9999 hochgelevelt seid, könnt ihr per Reinkarnation den Spaß von neuem beginnen, nehmt dabei aber gehöriger Werteschübe für die nächste Runde auf der Karriereleiter mit. Und ganz ehrlich: Das war nur die Spitze des Eisberges. Von dem überarbeiteten Skill-System, den Expeditionen, der Truppenbildung und vielen anderen Dingen möchte ich gar nicht erst anfangen. Es sei euch nur so viel gesagt: Wenn ihr euch mal wieder so richtig in ein Strategie-RPG reinfuchsen und eure Mitstreiter bis ins kleinste Detail aufmotzen wollt, seid ihr hier gut und gerne für das nächste halbe Jahr bestens unterhalten!

Außerdem räumt Tjark das Schlachtfeld auf:
Fire Emblem Warriors


Es gibt zwei Arten von Menschen: Solche, die Koeis Warriors-Spiele grottenlangweilig finden, und solche, die sich stundenlang in einem Festspiel aus herumfliegenden Fußsoldaten verlieren können. Ich gehörte mal zur ersteren Kategorie, wurde mit Hyrule Warriors auf der Wii U jedoch vor einigen Jahren bekehrt. An besagtes Glanzstück reicht Fire Emblem Warriors leider nicht ganz ran, doch das bedeutet noch lange nicht, dass die zweite Massenschlacht-Kooperation zwischen Nintendo und Koei Tecmo schlecht geworden ist. Im Gegenteil: Es finden sich sogar einige komplett neue Qualitäten, die wohl auch den Wurzeln der Fire Emblem-Saga verschuldet sind. Es wird ein spürbar größerer Fokus auf die Taktiererei gelegt, denn nicht selten brennt der Herd gerne mal an gefühlt siebzehn Orten gleichzeitig. Dann reicht ein einfacher Befehl auf der jederzeit aufrufbaren Karte, um freie Verbündete zur entsprechenden Position zu schicken und die Kohlen aus dem Feuer zu holen – die Kameraden agieren bei der Erfüllung ihrer Aufgaben nämlich erschreckend kompetent.

Trotz der erhöhten Strategie-Komponente erwartet euch hier im Herzen natürlich weiterhin ein klassisches Action-Spiel, bei dem es um die schnelle Eroberung von Kernpunkten auf der Karte geht. Die Vielzahl an Feinden spielt dabei kaum eine größere Rolle als die des Kanonenfutters, lediglich Truppenführer schlagen mal häufiger zurück. Das ist aber kein Beinbruch, denn die wuchtigen Spezialmanöver eurer Helden kommen dank der durch die Luft segelnden Soldaten so richtig eindrucksoll zur Geltung und speisen zudem eure Spezialattacken, mit denen ihr euch in den heftigeren Kommandanten-Scharmützeln beweisen könnt. Die recht kompakte und belanglose Geschichte mag trotz ihrer interessant aufgezogenen Schlachten eher mäßig wirken, der wahre Inhalt steckt jedoch im als historischen Modus betitelten Missionsmodus. Hier serviert euch das Spiel eine ganze Palette von Schlachte vor dem Hintergrund klassischer Fire Emblem-Kapitel, die zwar etwas an Abwechslung vermissen lassen, aber auf eine simple Art dennoch unterhalten. Mit dem Fire Emblem Fates-Pack steht für diesen Monat übrigens auch der erste DLC-Zusatz in den Startlöchern – für reichlich Nachschub ist also auf jeden Fall gesorgt, wenn ihr euch in das fetzige Schlachtenspektakel reinbeißen solltet!
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Sebastian Mauch [Paneka] empfiehlt gegen Hirnfrost im Winter…
Dr. Kawashimas diabolisches Gehirn-Jogging


Können Sie konzentriert bleiben? Nun, im Winter ist es kalt, alles wird langsamer und auch antreibende Sonnenstrahlen halten sich in Grenzen. Perfekte Voraussetzungen also, um mal ein wenig mit Jogging anzufangen. Da es draußen aber zu kalt ist, findet besagtes Jogging im Denkapparat statt. Etliche sogar spaßige Denkaufgaben sorgen dafür, dass man spürbar in Schwung kommt. Natürlich wird man durch das Spielen keine Intelligenzbestie, wie auch Picross und Sudoku ölt die Software aber eingerostete Bereich des menschlichen Gehirns wieder ein und gibt dies mit Bewertungen nach jeder Einheit grafisch wieder.

Der Clou bei dieser Iteration der „Reihe“ ist, dass man diabolisch bis an den Rand seiner Leistungsfähigkeit treibt. Dadurch fordert man sich aber auch selbst heraus und übertrifft sich so immer wieder – ein tolles Gefühl. Das Spiel kann einen aber nicht nur triezen und treiben, sondern auch ein paar Entspannungsübungen sind im Gepäck. Wer im Switch-Rummel dem 3DS und seinem Hirn mal wieder ein wenig Leben einhauchen will, dem sei das diabolische Gehirnjogging (zum Test) wärmstens ans Herz gelegt.

Denis Wewetzer [Azure] ist als Kopfgeldjäger unterwegs in…
Metroid: Samus Returns


Es passiert heutzutage (leider) nicht selten, dass es sich Entwickler leicht machen und ein älteres Spiel auf eine aktuelle Konsole bringen. Manchmal ist das ganz praktisch, da Leute ohne entsprechende Alt-Systeme so diese Titel nachholen können, manchmal artet es aber einfach nur aus. Dann gibt es aber noch Entwickler, die die Extra-Meile gehen und nicht einfach nur einen hochskalierten Port bringen, sondern gleich das Spiel neu entwickeln. Das ist auch für Metroid II geschehen, was wir nun als Metroid: Samus Returns auf dem 3DS spielen dürfen und können wir froh sein, dass es so gekommen ist. Dieser Titel zeigt nämlich nur zu gut, wieso das Genre gerne als „Metroidvania“ bezeichnet wird.

Es ist nämlich eine Kulmination aus allem, was die Spiele dieser Art dermaßen beliebt machen. Die Story ist einfach zu verstehen und wird ohne viel Text präsentiert, alles erschließt sich alleine durch clevere Kameraschwenks oder andere kleine Hinweise. Die Welt ist groß und es macht Spaß sie zu erkunden – zudem wird man gerade dadurch mit Upgrades oder ähnlichem belohnt. Und es wird nur noch besser, je weiter man kommt. Man erhält weitere Fähigkeiten, die die eigene Mobilität erweitern und es macht einfach nur richtig viel Spaß, sich durch eine ganze Barrage an Gegner zu Kämpfen, wo man anfänglich doch noch Probleme mit den kleinsten aller Kreaturen hatte. Und nicht zu vergessen: Nintendo und MercurySteam zeigen mit diesem Titel mal wieder, wie außerordentlich gut der 3D-Effekt eingesetzt werden kann. Metroid: Samus Returns ist ein absolutes Schmuckstück des von der Original-Version geprägten Genres, das sich absolut kein Fan entgehen lassen sollte – ein ideales Geschenk zu Weihnachten also!

Tjark Michael Wewetzer [Alanar] stellt sein Würfelglück auf die Probe:
Culdcept Revolt


Der Brettspielklassiker unter den Brettspielklassikern stand vermutlich ein kleines bisschen Pate für dieses unscheinbare Kleinod. Denn wer mit Monopoly vertraut ist, der wird einige grobe Züge aus dem langgezogenen Gesellschaftsspiel wiedererkennen. Auch bei Culdcept geht es um den Einkauf von Feldern auf einem Spielbrett, die dann jeden anderen Spieler, der auf ihnen landet, zur Kasse bitten. Wer eine Runde auf dem Brett gedreht hat, erfreut sich zudem über einen kleinen Geldmittelschub. Der entscheidende Unterschied? Statt Häuser und Hotels werden hier Monster auf den Quadraten platziert. Und statt einfacher, kapitalistischer Beweggründe spinnt im Hintergrund eine Handlung um eine Rebellengruppe, die sich gegen einen Tyrannen aufbäumt.

Diese Details krempeln das Spielerlebnis auf jeden Fall gehörig um. Die Monster sind nämlich nicht nur zur Zierde da, sondern können auch von vorbeischauenden Spielern bekämpft werden. Ist der Angreifer siegreich, geht die Besitzurkunde des Feldes auf ihn über – andernfalls wird Wegzoll in Form von Mana fällig. Mit Ausrüstungskarten lassen sich die Siegeschancen zu seinen eigenen Gunsten kippen und Zauberkarten können während der Zugphase für Hilfe sorgen. Beispielsweise indem man die Wüfelaugen seiner Gegenspieler auf eine bestimmte Zahl limitiert. Mit einem reichhaltigen Sortiment an Karten ist auf jeden Fall mehr als genug Stoff für allerlei Strategien gegeben. Ideal für spannende Multiplayer-Partien! In weihnachtlicher Gesellschaft wird daraus allerdings leider nur dann etwas, wenn alle Teilnehmer über ein eigenes Spielmodul verfügen. Immerhin könnt ihr notfalls auch online nach Spielpartnern suchen. Also nur keine Scheu und gönnt euch den Spaß! Und wenn euch das komplex wirkende Grundgerüst abschrecken sollte: Für Einsteiger sind auch reichlich Hilfen mit auf dem Modul, die euch Schritt für Schritt mit den Grundzügen des Cepter-Daseins vertraut machen.

Außerdem begibt sich Tjark ins Ausland:
Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen


Es war einmal ein kleiner Tjark im Jahre 2003. Er saß mit seiner Familie am ersten Weihnachtsfeiertag am reichlich gedeckten Tisch und wartete hibbelig auf die Bescherung. Denn er wusste – oder eher: hoffte – dass in einem der Präsente, die unter dem Weihnachtsbaum warteten, ein Rollenspiel lag, auf das er sich schon lange freute. Und so wie die Bescherung eröffnet war, nahm er auch genau dieses gewünschte Spiel in Empfang, steckte es direkt in seinen mitgebrachten Game Boy Advance und zockte in praktisch einem Rutsch glatt mal ein gutes Drittel des Abenteuers noch am selben Abend durch. Und auch wenn er sich dabei noch ziemlich ungeschickt anstellte, so hatte er seine helle Freude mit dem deutlich anderen Mario-Abenteuer, das ihn den Weihnachtsabend versüßte.

Und wisst ihr was? Genau diese Freude möchte ich am liebsten teilen. Superstar Saga ist mit Abstand mein Lieblingsteil der nunmehr fünf Spiele starken Mario & Luigi-Reihe und ich verbinde viele schöne Erinnerungen damit. So mag die Story zwar keine Meisterleistung sein, doch die Reise ins fremde Bohnenland mit viel augenzwinkerndem Humor legte ohne jeden Zweifel den Grundstein für die nicht minder humorvollen Folgespiele. Auch wirkt das Kampfsystem vergleichsweise simpel, doch ich sehe es als goldrichtige Erweiterung der Jump ’n‘ Run-Wurzeln. Gefechte mit normalen Gegnern fallen kurz aus, der Fokus liegt auf gut abgestimmten Tasteneingaben für kompakte Spezialmanöver. Und all diese Qualitäten wurden wunderbar in das 3DS-Remake gerettet, das uns Entwickler AlphaDream in diesem Jahr kredenzte. Alles ist so, wie man es von damals kennt – nur eben eine ganze Ecke hübscher. Aber wirklich alles? Nein, mit der Schergen-Saga ist noch ein Bonus-Modus mit an Bord, der eine Nebengeschichte rund um den im Bohnenland gestrandeten Trupp von Traditionsschurke Bowser gestrickt ist! Zwar mögen die Kämpfe hier sehr simpel und passiv ausfallen, doch allein die urkomischen Zwischensequenzen sind den Aufwand wert. Kurzum: Egal ob ihr den GBA-Klassiker damals schon geliebt habt oder mit der Superstar Saga bisher keinen Kontakt hattet, dieses Remake lohnt sich definitiv!

Und Tjark meint diesen Vorschlag hier völlig ernst:
New Style Boutqiue 3: Styling Star


Nein, ich werde nicht müde, auf die Qualität der Style Boutique-Reihe zu bestehen. Auch wenn ich gestehe, dass ich den ersten Teil auf dem DS mehr aufgrund des schieren Kuriositätsfaktor ausprobieren wollte, hat sich die unscheinbare Wirtschaftssim-Reihe im Laufe der Zeit zu einer meiner Lieblingsserien gemausert. Mit dem mittlerweile vierten Spiel hat das Team rund um syn Sophia meiner Meinung nach so ziemlich das bis dato beste Style Boutique abgeliefert – auch wenn es weiterhin nicht frei von Fehlern ist. Der größte Fauxpas ist dabei der recht langatmige Spielfortschritt, da man sich dieses Mal nicht um den Boutique-Rang oder irgendwelche Modewettbewerbe kümmert. Stattdessen verfolgt man die Geschichten diverser aufstrebender Stars und das kann manchmal eben dauern.

Langweilig wird dabei trotzdem nicht. Der eigene Kleiderladen möchte natürlich trotzdem sorgfältig geführt werden, denn sonst geht es auch mit den Geschichten nicht weiter. Neue Funktionen wie die Möglichkeit, Kunden zwecks Einkauf gewünschter Waren ein wenig um Geduld zu bitten, fügen sich wunderbar ins ohnehin schon schnörkellose Spielerlebnis ein und machen das Store-Management so angenehm wie nie zuvor. Die Nebenjobs aus dem Vorgänger sind ebenfalls wieder mit an Bord und wurden leicht angepasst, um für einen gefühlt schnelleren Nachschub an neuen Elementen zu sorgen und euch so bei Laune zu halten. Mit einer Herrenboutique ist sogar die Männermode wieder mit dabei – wenn auch „nur“ in Nebenjob-Form. Und nicht zuletzt spielen in diesem eher storyfokussierten Serienableger natürlich die Charaktere eine tragende Rolle: Die Schicksale von Luna, Lydia und Rosie, die bei der Agentur NIN10 ihr Glück suchen, mögen zwar nicht durch irgendwelche besonderen Twists auffallen, fügen sich jedoch gut in die angenehme und durchweg positive Grundstimmung des Spiels ein und motivieren durchweg. Insofern: Auch wenn der Modefokus befremdlich wirken mag, gebt dem Spiel oder gar der Reihe mal eine Chance. Es könnte nämlich gut sein, dass ihr eine angenehme Überraschung erlebt!
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Denis Wewetzer [Azure] bleibt der Hoffnung treu in…
Danganronpa V3: Killing Harmony


Welche Zeit eignet sich besser, um der Verzweiflung zu trotzen und der Hoffnung einen neuen Weg zu bahnen, als die Weihnachtszeit? Glücklicherweise haben die Entwickler von Spike Chunsoft genau den passenden Titel dafür in diesem Jahr veröffentlicht: Danganronpa V3: Killing Harmony. Und wie man dem Namen in gewisser Weise entnehmen kann, handelt es sich hierbei bereits um das dritte Spiel einer Reihe. Berechtigerweise kommen da ein wenig Zweifel in einem auf, da es eigentlich sinnvoller wäre, am Anfang, nun ja, anzufangen – gerade da es sich hierbei um eine Visual Novel handelt, deren Fokus ganz klar auf der packenden Story liegt. Aber für all jene zweifelnde kann ich eines vorwegnehmen: Es sind keine Vorkenntnisse notwendig, um mit dem dritten Teil seinen Spaß haben zu können!

Auch in diesem Spiel wird wieder eine spannende Geschichte erzählt, die von nicht weniger spannenden Charakteren, den Ultimates, begleitet wir. Und neben der Handlung selbst, sind es gerade die unterschliedlichen Figuren, die erst richtig Leben reinbringen. Angefangen mit der ewig positiven, ultimativen Pianistin Kaede, über den überrationalen ultimaten Roboter Kibo bis hin zum megalomanischen ultimativen Herrscher Kokichi ist hier so einiges vertreten und man merkt bereits bei den ersten Interaktionen, dass es hier nur rundgehen kann. Die Showdowns in Form der Klassengerichte sind auch nicht minder beeindruckend und bringen die Gehirnzellen ein wenig in Wallung, um am Ende das richtige Ergebnis bekommen zu können. Also ob nun Fan der Reihe oder einfach nur neugieriger Visual Novel-Einsteiger: Wer genau eine solche Kost sucht, wird mit Danganronpa V3 keinen Fehler machen!

Außerdem lässt Denis den Entdecker in sich los:
Ys VIII: Lacrimosa of Dana


Manchmal gibt es einfach solche Tage: Da möchte man ganz gemütlich mit dem Schiff von einem Ort zum nächsten Segeln und ZACK! Wird man von einem Seeungeheuer angegriffen und strandet plötzlich auf einer verlassenen Insel. Doch was soll man nur machen? Gottseidank übernimmt man in Ys VIII: Lacrimosa of Dana die Rolle von Adol Christin, seiner seits erfahrener Abenteurer – wie man an der VIII im Titel vielleicht schon bemerkt hat. Mit seinen zarten 21 Jahren hat er nämlich schon so einiger hinter sich gebracht und doch war es noch nie notwendig, die vorherigen Abenteuer gespielt zu haben, um mit den neuen klarzukommen. Daher bekommt man mit Ys VIII ein recht leichtherziges Action-Rollenspiel, bei dem so richtig der eigene Entdeckergeist geweckt wird. Woher kommt das, fragt ihr?

Das fängt bereits damit an, dass sich Adol nicht unterkriegen lässt und recht schnell zusammen mit ein paar anderen Schiffbrüchigen ein kleines Dorf aufbaut, um dort so lange leben zu können, bis sie endlich von der Insel kommen. Der Trupp schreckt aber auch nicht davor zurück, sich in die teilweise ziemlich aggressive Wildnis zu stürzen und Nahrung zu beschaffen. Dabei erlebt man das ziemlich ausgefeilte Kampfsystem, das sich über Jahre immer wieder gewandelt hat um nun an einen neuen Höchststand der Spielbarkeit zu gelangen. Allerdings macht es auch einfach nur Spaß, neue Orte der sehr abwechslungsreichen Insel zu entdecken und sich an der schönen Optik, selbst auf der Vita, zu erfreuen. Wenn ihr also mal virtuelle Abenteuer erleben oder einfach nur ein paar schöne Gegenden erkunden möchtet, könntet ihr mit Ys VIII sicherlich glücklich werden.

Und Denis rät zudem zu einer kugelsicheren Weste für…
Rabi-Ribi


Nun kommen wir zu einem Titel, der schwer zu verschenken ist – was allerdings nur daran liegt, dass es sich hierbei um einen Download-Titel handelt. Mit Rabi-Ribi haben Vita-Besitzer in diesem Jahr einen überaus guten Vertreter des Metroidvania-Genres bekommen, der trotzdem genug Eigenheiten besitzt, um hervorzustechen. So übernimmt man im Spiel die Rolle einer jungen Hasendame, die aus unerfindlichen Gründen zu einem Menschen geworden ist. Auf dem Weg zu ihrem Frauchen trifft sie zudem auf eine kleine Fee, die ihr prompt bei ihrer Aufgabe helfen möchte und schon machen sich die beiden auf in die weite Welt, wobei sie sich warm anziehen müssen: Der Weg ist nämlich absolut nicht einfach!

Neben den regulären Gegnern, die teilweise bereits herausfordernd genug sein können, sind die Boss-Begegnungen nämlich der wahre Kern des Spiels. Hier werden die Zähne gezeigt und man bekommt es mit waschechten Bullet-Hell-Angriffsmustern zu tun, die alle durchaus durchschaubar sind und dementsprechend trotz ihrer Schwierigkeit zu Höchstleistungen anspornen. Bosse gibt es auch reichlich, sodass man über eine lange Zeit mit dem Spiel beschäftigt sein kann. Das liegt aber auch daran, dass die Welt absolut nicht klein ist. Noch dazu ist sie mit unzählichen Geheimnissen gefüllt, durch die die werte Hasendame noch verstärkt werden kann. Wenn man also mal wieder richtig auf 2D-Tour gehen möchte und nicht davor zurückschreckt mit hundertmillionen Kugeln abgeschoßen zu werden, kann sich getrost auch mal ein wenig PSN-Guthaben wünschen um sich dafür Rabi-Ribi zu holen.

Tjark Michael Wewetzer [Alanar] bringt eine Reise zu ihrem Abschluss:
Atelier Shallie Plus: Alchemists of the Dusk Sea


Alles Gute muss irgendwann mal ein Ende haben. Das gilt auch für die Dusk-Trilogie der Atelier-Reihe, die in diesem Jahr ihren generalüberholten Abschluss auf der Vita fand. Und ja, ich rede hier von „generalüberholt“. Was Entwickler Gust hier geleistet hat, ist nicht einfach nur ein simpler Port des ohnehin schon liebenswert gemachten PS3-Spiels, das man lediglich um sämtliche Download-Zusätze des Originals erweitert hat. Vielmehr fühlt sich das Rollenspiel nun wie ein waschechtes Finale der kleinen Trilogie an und bringt diverse Handlungseckpunkte zu einem definitiven Ende. Das bedeutet auch, dass diverse Hauptakteure der beiden Vorgänger mehr in den Mittelpunkt gerückt werden – und leider auch, dass Vorkenntnisse aus Atelier Ayesha und Atelier Escha & Logy zum vollen Genuss mehr oder minder notwendig sind.

Dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, lohnt sich das RPG. Es dreht sich um die Geschichten der jungen Alchemistinnen Shallistera Argo und Shallotte Elminus. Eine ist auf der Suche nach einer Lösung für das Dürreproblem ihres Heimatdorfes, die andere sucht schlichtweg nach ihrem Platz im Leben. Schon bald treffen die beiden aufeinander und merken, dass sie trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe einiges gemeinsam haben. Und von da an entfaltet sich eine berührende, kleine Geschichte über Zusammenhalt und wofür es sich zu leben lohnt. Man erkundet nach und nach die weitreichenden Gebiete rund um das Meer der Dämmerung, ergründet Geheimnisse aus längst vergessener Zeit und synthetisiert mit gefundenen Materialien mächtige Werkzeuge, Accessoires oder auch einfach nur Kuchen. Und auch wenn die Vita-Version in technischer Hinsicht so einiges einstecken musste und auch unter dem ein oder anderen Bug leidet, so ist die letzte Reise im Land der Abenddämmerung auf jeden Fall eine lohnenswerte, der man sich gerade in der ruhigen Winterzeit einfach mal hingeben sollte.

Außerdem wird Tjark plötzlich gesprächsbedürftig:
Tokyo Xanadu


Wieder Falcom? Aber sicher doch! Denn nicht nur Ys wehte mit einem neuen Serienableger ins Haus, auch die Xanadu-Reihe schlug mit einem bemerkenswerten, neuen Spross auf. Wie der Titel unschwer erkennen lässt, versetzt und Tokyo Xanadu jedoch nicht in mittelalterliche Fantasy-Welten oder alternative Steampunk-Universen, sondern ist im modernen Japan angesiedelt. Parallelen zur Persona-Reihe kommen sicherlich nicht nur dabei auf, denn auch hier bedrohen mysteriöse Wesen aus dem unterbewussten Schatten den Frieden der sonst eher sorglosen Stadt. Nur wenige Organisationen sind bestens über die Ereignisse im Bilde und ergreifen Nebenmaßnahmen – und unser Protagonist Kou Tokisaka wird eines unschönen Tages genau in diese Geschehnisse hineingezogen. Wobei das eigentlich mehr auf seinem Mist gewachsen ist. Nachdem er sich nämlich auch als fähiger Kämpfer erweist, will er sich um jeden Preis dem Kampf gegen die als Greed bekannten Kreaturen anschließen.

Vergleichbar mit Falcoms letztjährigem Meilenstein Trails of Cold Steel, von dem sich Tokyo Xanadu einige Designelemente borgt, ist der Spielablauf dabei in mehrere Phasen eingeteilt. So verfolgt ihr die flotte, recht lineare Handlung zunächst in reichlich Dialogsequenzen, bevor euch dann eine kleine Freizeitphase gegönnt wird, bei der ihr die freundschaftlichen Bande mit euren Teamkameraden vertiefen oder auch einfach nur mit jedem NPC der Spielwelt plaudern könnt. Gerade Letzteres erweist sich als erstaunlich tiefgreifender Zeitvertreib, denn nach jedem größeren Story-Eckpunkt verfügen sämtliche Statisten über komplett neue Dialogzeilen, die teils sogar vollständige, kleine Geschichten erzählen. Hut ab, sowohl für die Original-Schreiber von Falcom als auch für das Lokalisierungsteam von Aksys Games, die sich mit diesem Textmonster auseinandersetzen mussten! Habt ihr dann alle Nebenaufgaben erledigt, geht es ans große Dungeon-Aufräumen, wo statt geduldiger Rundengefechte eher flotte Action auf dem Programm steht. Bis zu drei Teammitglieder ziehen dabei in die Schlacht und die Monster der verwinkelten Unterwelten verfügen allesamt über unterschiedliche Stärken und Schwächen, die es für optimale Ränge auszunetzen gilt. Alles spielt sich unglaublich eingängig und fühlt sich einfach nur richtig an, sodass man mit der Zeit glatt vergisst, dass die Erkundungen eigentlich ziemlich simpel ausfallen. Falls euch der Sinn nach einem etwas ernsthafteren Action-RPG im modernen Setting steht, das sich wie ein Spagat aus Trails of Cold Steel und Ys anfühlt, dann seid ihr hier definitiv gut beraten.

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