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##titel:Seite 1: Einleitung & Gameplay vs. Free-2-Play## Zwar ist PortableGaming derzeit eher auf richtige Handheld-Spielsysteme á la Nintendo 3DS und PlayStation Vita spezialisiert, doch gab es auch schon Zeiten, in denen „Mobile Games“ auf Telefonen sogar ihren eigenen Webauftritt in unserem Netzwerk hatten (*hust* N-Gage). Heutzutage sind die Smartphones gefühlt um den Faktor 1.000.000 leistungsfähiger, darum lassen wir es uns hin und wieder nicht nehmen, auch mal über den Tellerrand zu schauen und uns eine App für Android oder iOS vorzuknöpfen – vor allem wenn diese erneut von Nintendo stammt. So taten wir es schließlich schon mit Miitomo sowie Pokémon Go und so tun wir dies auch mit dem jüngst erschienenen Fire Emblem Heroes. Dabei gehen wir auf die verschieden Aspekte wie Gameplay, Nähe zum Original und das Bezahlmodell ein. Am Ende zieht jeder Redakteur, der schon ein paar Eindrücke im Spiel gesammelt hat sein ganz persönliches Fazit. Wir wünschen wie immer viel Spaß beim Lesen!
Kein Einheitsbrei, sondern das „Gütesiegel Nintendo“
In der letzten Nintendo Direct-Ausgabe ging es ausschließlich um das beliebte Strategie-Franchise Fire Emblem. Neben einem neuen Ableger für den Nintendo 3DS und dem Musou-Spinoff Fire Emblem Warriors war auch ein neuer Titel für Smartphones und Tablets dabei. Im Gegensatz zu Super Mario Run erschien Fire Emblem Heroes am 2. Februar 2017 jedoch zeitgleich für Android und Apple iOS. Zu beachten ist dabei, dass es sich um ein eigens für den Smartphone-Markt konzipiertes Spiel handelt. Das bedeutet, dass man keineswegs eine Spieltiefe wie auf einer richtigen Konsole erwarten sollte, um später nicht enttäuscht zu werden. Schuld daran sind die derzeit Unmengen an, nun ja, nennen wir sie mal „Schundtitel“ in den beliebten Appstores. Deren einziges Ziel es ist, den Spieler erst zu locken, dann zu bestrafen und zur Kasse zu beten. Nintendo und Intelligent Systems haben es allerdings auf die Reihe gebracht, einen ziemlich passablen Spagat zwischen „Handyspiel“ und Konsolen- oder Handheldspiel abzuliefern.
Zu allererst müssen wir der App einen gewissen „Nintendo-Bonus“ zusprechen, schließlich sind wir von den Japanern stets qualitativ hochwertige Titel gewohnt. Genau diese Qualität findet sich glücklicherweise auch in Fire Emblem Heroes wieder. Damit meinen wir wohlgemerkt alle technischen Aspekte des Spiels. Der Soundtrack ist grandios wie immer und die zahlreichen Sprachsamples gehen ins Ohr. Hinzu kommt die optische Seite. Zwar gehen die Entwickler mit der App im Vergleich zum letzten Hauptteil der Serie wieder einen kleinen Schritt zurück, für Smartphones ergibt diese zweckmäßigere Optik aber mehr als Sinn. So deckt Nintendo nämlich eine weitaus größere Spanne an Endgeräten ab und schließt all jene mit ein, die möglicherweise nicht mehr die aktuellste Hardware zu bieten haben. Davon ab sieht das Spiel aber trotzdem grandios aus. Die Animationen im Kampf, die unzähligen hübschen Sprites und Grafiken, ja selbst die Menüs lassen einen fast vergessen, dass man es hier mit einem Handyspiel zu tun hat. Das soll aber nun zum Drumherum reichen. Womit am Ende alles steht oder fällt, ist doch aber das Gameplay. Darum werfen wir als nächstes einen kritischen Blick darauf und verknüpfen zudem die Auswirkungen des Free-2-Play-Modells auf das Spielgeschehen.

Gameplay-Offenbarung oder Free-2-Play-Horror?
Nun, ehrlich gesagt wäre eher ein „weder noch“ zutreffend. Das bedeutet sowohl Gutes, als auch Schlechtes. Vorab kann man aber schon mal sagen, dass das freiwillige Bezahlmodell hier nicht so auf das Gemüt drückt wie in anderen Spielen. Immerhin haben wir hier im Gegensatz zu Super Mario Run – wo man erst für etwa 10 Euro das gesamte Spiel bekommt – das Potenzial, das komplette Spiel zu erleben ohne auch nur einen Cent dafür auszugeben. Dabei bleibt Nintendo aber zumindest bis jetzt relativ fair und man fühlt sich nicht genötigt, sofort Geld auszugeben. Das gewohnte rundenbasierte Strategiesystem wurde weitestgehend aus der Vorlage übernommen. Dennoch gibt es ein paar nennenswerte Änderungen, zum Beispiel beim Spielfeld. Bekam man in den Hauptteilen noch große, scrollbare Gebiete präsentiert, so hat man in Fire Emblem Heroes nur noch kleine, überschaubare Gebiete. Das nimmt zwar ordentlich Taktik und Tiefe aus dem Spielgeschehen, scheint aber nach einigen Spielstunden die richtige Designentscheidung gewesen zu sein, da man hochkant auf einem Smartphone oder Tablet spielt und auch auf kleineren Screens die Figuren ohne Fehleingaben manövrieren können muss.
Das ist Nintendo und Intelligent Systems mit diesem Titel sehr gut gelungen. Das Terrain spielt weitestgehend die übliche Rolle. Berittene Einheiten können keine Wälder passieren, Wälder im Allgemeinen bremsen die Reichweite aus und Wände können teilweise zerstört werden. Eine Änderung haben aber die Distanzeinheiten wie etwa Magier erfahren. Konnten sie in bisherigen Ablegern noch sowohl direkt als auch auf große Distanz angreifen, sind sie nun auf den Fernkampf beschränkt. Ebenso geht es den Assassinenkämpfern. Diese können nun ebenfalls nur noch auf die Distanz angreifen. Dadurch wird das Kampfsystem wieder ein Stückchen simplifiziert, was Veteranen womöglich nicht gefallen mag. Bedenkt man aber, dass Mobile Games eher zwischendurch für ein paar Minuten gespielt werden, ist es erstaunlich, wie komplex und doch simpel das Gameplay letztlich ausfällt. Ist man nicht exzessiv am Suchten, geht einem auch so schnell nicht die für den Missionsstart notwendige Energie aus. Die regeneriert sich übrigens alle paar Minuten.

Das war euch bisher alles zu allgemein und ihr wollt etwas über die Geschichte des Spiels und die Meinungen der Redakteure erfahren? Dann werdet ihr hier fündig! ##neue_seite##
##titel:Seite 2: Story & Unser Fazit## Die Geschichte
In Fire Emblem Heroes ist alles ein wenig anders. Die Story dreht sich ein weiteres Mal um zwei verfeindete Königreiche und eine unabhängige Gruppe von Kämpfern, welcher wir uns eher unfreiwillig anschließen. Jedoch wurde dafür kein großer neuer Mikrokosmos entworfen, stattdessen spielen wir in einer Art Hubwelt. Dort gibt es das gute Königreich Askr – dem wir angehören – und natürlich auch das feindliche Imperium der Emblaner unter der Herrschaft einer launischen und noch recht jungen, impulsiven Königin. In der Spielwelt existieren zahlreiche Portale zu bereits bekannten Welten aus anderen Serienablegern. So gibt es zum Beispiel ein Tor in die Welt von Awakening, in der etwa Chrom und Lissa aus Fire Emblem Awakening für den Nintendo 3DS leben. Durch gewisse Artefakte oder Mächte kann man Charaktere aus solchen Welten beschwören und sie durch einen magischen Kontrakt an die jeweilige Fraktion binden. So kommt es, dass wir auch gegen sonst so gutmütige Helden wie Roy oder Marth antreten müssen, auch wenn diese nicht unbedingt unseren Tod wollen. Der Grund dafür: Unsere Widersacherin hat die Macht, die erwähnten Portale zu schließen, wohingegen unsere Seite diese nur Öffnen kann. Der Feind nutzt das also schamlos aus und greift sich jeden Helden, den er in die Finger bekommen kann.
Auf diese Art und Weise wurde übrigens auch unser Protagonist beschworen. Dazu verwendeten die Freiheitskämpfer eine Art legendäre Waffe. Zufälligerweise können genau wir auch dieses Artefakt unbegrenzt bedienen, um uns ebenfalls Heldenunterstützung an Land zu ziehen. Als eigener Kämpfer wie Daraen treten wir allerdings nicht auf, stattdessen agieren wir erneut nur als Taktiker und Manager der Gruppe. Zum Beschwören nutzt man sogenannte Orbs, die Bezahlwährung des Spiels. Diese erhalten wir durch Events und durch den Fortschritt in der sonst eher faden Story, welche sich über immerhin neun Kapitel erstreckt. Dabei lohnt es sich, stets erst einmal 20 Orbs anzuhäufen, denn je mehr man beschwört, desto billiger sind die Kosten dafür. So kostet die erste Beschwörung noch stolze fünf Orbs, die nächsten drei dann allerdings nur noch vier Orbs und der letzte Held wechselt sogar für schlappe drei Orbs auf unsere Seite. Welche Helden wir dabei ziehen, ist aber reiner Zufall. Zum Launch haben wir jedoch die Wahl zwischen zwei Sets, die sich in der Heldenauswahl und den „Dropchancen“ unterscheiden. Mit etwas Glück zieht man so also einen der legendären 5-Sterne-Helden wie Roy oder Lyn, es kann aber auch eine simple Lissa mit einem Stern werden.
Doch auch diese „Underdogs“ sind nicht zu unterschätzen. Man kann Charaktere nämlich auf drei Arten aufwerten. Zum einen gibt es da die normale Erfahrung. Diese gewinnt man wie immer durch normale Kämpfe. Jedoch ist dabei zu beachten, dass man ab einer bestimmten Leveldifferenz auch mal leer ausgehen kann und auf schwierigere Missionen wechseln muss. Als zweites gibt es das Verschmelzen von Einheiten. Haben wir etwa zwei Lissas, können wir diese verbinden um die Statuswerte ein wenig anzuheben. Zu guter Letzt kann man auch noch das Potenzial freischalten. Dies setzt die Einheit auf Level 1 zurück, dafür bekommt die Einheit aber eine höhere Sternebewertung und somit bessere Werte und Zugang zu stärkeren Fähigkeiten. Letztere spielt man durch sogenannte FP frei, die sich beim Hochleveln und Kämpfen anhäufen.

Und sonst so?
Abseits der Charakterentwicklung bietet Fire Emblem Heroes aber auch ein paar verschiedene Modi. Neben der Story wäre da der Übungsturm. Dort spielt man je nach Storyfortschritt neue Ebenen frei, in denen man sich dann in zufallsgenerierten Partien messen darf. Außerdem erhält man hier verschiedenfarbige Orden, die zur Freischaltung des Potenzials einer Einheit benötigt werden. Diese Farbe ändert sich dabei in einer täglichen Rotation. Weiterhin gibt es je nach Zeitpunkt diverse Spezialkarten. Dabei kann man ebenfalls in einer täglichen Rotation bestimmte Karten abschließen und so Helden freispielen ohne sie beschwören zu müssen. Diese Events ändern sich aber in Zukunft noch stetig. Ebenfalls als sehr spaßig entpuppten sich die Arenaduelle. Dort tritt man in wöchentlich neuen „Seasons“ gegen die Teams zufälliger fremder Spieler an. Dabei können wir uns entscheiden, ob wir einen leichten Gegner unterhalb unseren Levels nehmen, einen etwa gleichstarken oder aber einen stärkeren Gegner. Je nachdem, wie man sich entscheidet, bekommt man mehr Rangpunkte auf sein Konto, läuft aber Gefahr, die Gewinnserie zu unterbrechen. Schafft man nämlich sieben Siege in Folge, bekommt man einen fetten Punktebonus. Je nach Platzierung in der Season erhält man abschließend ein paar Heldenfedern, welche man ebenfalls benötigt, um das Potenzial seiner Helden zu erhöhen. Arenaduelle kosten übrigens jeweils ein Duellschwert, wovon man täglich drei zur Verfügung hat.
Fasst man das alles zusammen, gelangt man also zu dem Schluss, dass man in diesem „Gratisspiel“ doch einiges an Umfang geboten bekommt. Das hätten wir zunächst so nicht erwartet, es birgt aber durchaus das Potenzial, den Spieler auch über längere Zeit an das Smartphone oder das Tablet zu binden, ohne dabei aufgrund des Bezahlmodells zu frustrieren. Das liegt zu einem großen Teil an den zahlreichen Geschenken und Events, die über längere Zeit motivieren sollten. Auch über My Nintendo kann durch Fortschritte im Spiel Münzen freischalten und sich dafür Edelsteine zum Aufleveln, Duellschwerter, Wiederbelebungen und andere Booster kaufen. Zur Tasche gebeten werden also nur diejenigen, die wirklich non-stop spielen und möglichst hoch hinaus wollen. Genauso sollte ein faires Free-2-Play-Modell aussehen. Danke, Nintendo!

Will das Handy nicht mehr aus der Hand legen:
Sebastian Mauch [Paneka]
Puh, ich muss schon sagen, meine anfängliche Sorge bezüglich Nintendo im Smartphone-Markt ist wie weggefegt. App für App haben sich die Japaner des Herzens gesteigert – zumindest in meinen Augen. Miitomo war ganz nett, konnte mich aber keinen vollen Monat bei der Stange halten. Super Mario Run war super (wie der Name schon sagt), erzeugte bei der Kundschaft wegen der 10-Euro-Paywall aber allerorts Unverständnis. Fire Emblem Heroes legt nochmal einen drauf und so wie ich Nintendo kenne wird es irgendwann sogar noch besser. Vielleicht schafft es Big N sogar, dass ich den Einstieg in die Animal Crossing-Reihe finde, denn der nächste – und erst vor kurzem auf unbestimmte Zeit verschobene – Smart Device-Titel soll ja ein Animal Crossing werden.
Zu FE Heroes kann ich nur sagen, dass ich selten so an einer App geklebt habe. Anfangs noch super motivierend artet es zwar irgendwann in dezentes Grinden aus, trotzdem macht mir der simple und kurzweilige Titel extrem Spaß. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Spiel extrem hochwertig verarbeitet ist. Es glänzt an allen Ecken und Dinge wie Abstürze sind zumindest mir persönlich noch nie untergekommen. Wenn Nintendo es nun noch schafft, kommende Events belohnend und interessant zu halten und nicht wie in Pokémon Shuffle in immer dieselbe Rotation zu verfallen, dann könnte sich Fire Emblem Heroes auf meinem Smartphone echt zum Dauercamper mausern. Vielleicht ist es aber auch nur wieder die Anfangseuphorie, wer weiß…
Bekommt die Augen geöffnet:
Nicola Hahn [501.legion]
Ein Fire Emblem für Smartphones? Die Ankündigung hat mich doch ziemlich kalt erwischt zur Fire Emblem Direct. Aber da ich noch nie ein Fire Emblem selbst gespielt habe, obwohl Fire Emblem Fates im Regal verstaubt, lies mich die Neuankündigung ziemlich kalt. Bisher konnte ich mir unter der Spielereihe wenig vorstellen, auch wenn Fire Emblem als Strategiespiel zu meinen Lieblingsgenres zählt. Dennoch ging die Spielereihe gnadenlos an mir vorbei, was auch an mangelnden Gameplay-Screenshots liegen mag.
Da Nintendo Fire Emblem Heroes aber kostenlos für Smartphones veröffentlichte, war für mich keine große Überwindung mehr nötig, den Titel schnell herunterzuladen und ein wenig anzuspielen. Und tatsächlich, das für die Mobilgeräte abgespeckte Gameplay machte mir sofort Spaß und alte Advance Wars-Erinnerung kamen wieder auf. Das Spiel fühlt sich sehr ausgeklügelt an und auch an Missionen scheint es nicht zu fehlen. Die Story und die zahlreichen Charaktere, die ich gleich zu Beginn kennenlernen und mit ihnen kämpfen darf, treffen bei mir sofort einen Reiz. In der Bahn, im Wartezimmer oder kurz vorm Einschlafen noch eine Karte erledigen oder die einzelnen Charaktere aufleveln? Kein Problem! Über das Free-2-Play-Modell möchte ich gar nicht viele Worte verlieren, das hat schon mein Kollege Basti getan. Allerdings beschäftigt mich auch die Frage, wie lange und wie gut die Entwickler das Spiel gebalanct haben. Für mich ist Heroes ein echter Strategietitel für Handys und gleichzeitig auch der Einstieg in die wunderbare Welt von Fire Emblem. Danke schon einmal dafür, so schnell wird mich die Reihe wohl nicht mehr loslassen!