Das ist Nintendo Switch! Unsere ersten Anspiel-Eindrücke

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Nach gefühlt viel zu vielen Monaten Wartezeit, einem kleinen Teaser-Video an einem völlig normalen Wochentag und einem nie enden wollenden Schwall an Gerüchten ließ Nintendo endlich die Hüllen fallen und präsentierte am 13. Januar die kommende Konsole Nintendo Switch. Und Zeit wird’s, immerhin soll das schmucke Gerät doch schon am 3. März in den Läden stehen – also in gerade mal eineinhalb Monaten! Während der japanische Firmenpräsident Tatsumi Kimishima in den frühen, deutschen Morgenstunden alle Welt über die wichtigsten Infos zur neuen Konsole aufklärte, machten sich Journalisten und glückliche Wildcard-Gewinner bereit für einen Trip zu den ersten Anspiel-Events in Europa, Japan und den USA. Wir haben uns natürlich nicht lumpen lassen und sind auf Geheiß von Nintendo direkt losgepilgert, um uns den kuriosen Mix aus Heimkonsole und Handheld-System genauer anzusehen.

Die knuffigsten Controller der Welt: Die Joy-Cons
Dreh- und Angelpunkt einer jeden Konsole ist der Controller – denn wie sonst sollen wir in jeder Situation die volle Kontrolle über das Geschehen behalten? Nintendo wagte in dieser Kategorie bei den letzten Heimgeräten einige Experimente und das ist auch bei der Switch nicht anders. Als Hauptsteuereinheit sind nämlich die so genannten Joy-Cons vorgesehen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, unter der Haube jedoch einiges an Technik verstecken. So verfügen die Flügel über ausgefeilte Rüttelmotoren, die für das als HD Rumble bezeichnete Feature verwendet werden und für ein neuartiges, präzises Controllerschütteln sorgen sollen. Klingt wie ein gewagtes Versprechen, in der Praxis funktioniert das jedoch erstaunlich gut. Das Minispiel „Ball Count“ aus 1-2-Switch simuliert etwa rollende Kugeln im Joy-Con-L und das Rütteln ist wirklich genau genug, um eine akkurate Zählung der imaginären Metallkügelchen zu ermöglichen. Allerdings bleibt offen, ob die an sich beeindruckende Technologie in der Praxis überhaupt groß Anwendung finden wird. Allein um Akku-Leistung zu sparen, werden viele Nutzer die Rüttelfunktionen sicherlich abschalten, die Entwickler können sich also nicht immer sicher sein, ob der Endnutzer das HD Rumble überhaupt nutzt. Auch ist fraglich, was für Konzepte sich damit überhaupt umsetzen ließen, die Spielen einen Mehrwert verleihen würden – doch dafür gibt es findige Spieledesigner, die sich darüber den Kopf zerbrechen dürfen.

Der rechte Joy-Con-Teil ist zusätzlich mit einem NFC-Leser und einem Infrarot-Sensor am unteren Rand ausgestattet. Unterstützung der vielen amiibo-Figuren von Nintendo und sogar Kompatibilität mit Skylanders Imaginators – ganz ohne das große Extra-Portal – ist damit gesichert. Der Infrarot-Sensor wird wiederum wohl, ähnlich wie das HD Rumble, primär ein Gimmick für Party-Spiele sein. Sinn und Zweck dahinter ist, dass der Controller gewisse Formen und Bewegungen erfassen kann – etwa Kaubewegungen oder Handzeichen – doch wir haben in Frankfurt leider keine Gelegenheit gehabt, das Feature in natura auszuprobieren.


Natürlich funktionieren die beiden Bauteile abseits der Gimmicks auch wie reguläre Steuereinheiten. Tatsächlich sind sie sogar beinahe identisch aufgebaut, was auch einen tieferen Sinn erfüllt. Sie können nämlich auch als einzelne, vollständige Controller für lokale Multiplayer-Partien verwendet werden. Dank der insgesamt acht nutzbaren Tasten pro Einheit kann dieses Feature sicherlich bei einigen Spielen Verwendung finden, vor Ort durften wir es etwa an Super Bomberman R und Mario Kart 8 Deluxe ausprobieren. In Normalform sind lediglich die an der Schiene angebrachten Schulterasten etwas unkomfortabel zu erreichen, die anbringbare Trageschlaufe sorgt jedoch für ein griffigeres Gefühl und angenehmer zu klickende Schulterknöpfe. Und natürlich hat das Konzept der kombinierbaren Klein-Controller noch einen weiteren Schwachpunkt: Ein richtiges Steuerkreuz sucht ihr auf den Joy-Cons vergebens, stattdessen dienen vier Richtungstasten an der linken Einheit für entsprechende Kommandos. Außerdem haben wir das Gefühl, dass die normalen L- und R-Tasten vielleicht etwas zu dünn ausgefallen sind. Zumindest bei Arms hatten wir beizeiten Probleme damit, ordentlich und gezielt zu sprinten, weil wir die Tasten nicht korrekt erwischt haben. Mit etwas Eingewöhnungszeit sollte sich dieses Manko jedoch relativieren.

Umswitchen ohne Schalter: Das Dock und der Tablet-Modus
Womit Nintendo Switch anfangs jedoch das größte Aufsehen erregte, ist die Möglichkeit, das System entweder als TV-Konsole oder als Handheld zu betreiben. Das Teaser-Video versprach einen einfachen Wechselprozess, der schlicht aus dem Platzieren im oder dem Entfernen aus dem Switch-Dock besteht – und genau so funktioniert das auch in der Praxis, wie wir am Beispiel von Zelda: Breath of the Wild erfahren durften. Dabei sitzt das Tablet auch wirklich sicher im Dock, ein versehentliches Herausziehen kann nicht vorkommen. Das ist auch gut so, denn irgendwie muss man im Bedarfsfall ja die am Tablet angebrachten Joy-Cons locker vom Screen entfernen können. Das geschieht über einen Druck auf die Sicherungshebel am Rücken der Controller-Einheiten, das Demo-Gerät erlaubte uns dank einer sicherheitsbedingten Metallfassung allerdings keine Experimente in dieser Richtung.


Was bedeutet, dass wir beim Wechsel zwischen TV-Bildschirm und Tablet-Screen schon mal den Controller wechseln müssen. Zumindest im Falle von Zelda wurde dieses Szenario beachtet; nach dem Umschalten fragt uns das Spiel zunächst nach der Steuereinheit, die wir verwenden möchten. Ein kurzer Druck auf die Schultertasten ist dann alles, was zwischen uns und der Fortsetzung der Abenteuer im hylianischen Großland steht.

Die Qual der Controllerwahl: Der Pro-Controller und der Joy-Con-Grip
Und das bringt uns zu den alternativen Controller-Optionen, von denen die Switch auch wieder reichlich mitbringt. Dem Gerät selbst liegen nur zwei Joy-Cons und eine tabletungebundene Fassung, mit der sich die Flügel zu einem normalen Controller vereinen lassen, bei. Der Grip liegt dabei gut in der Hand und wirkt, ebenso wie die Gamepad-Flügel an sich, unheimlich süß. Die etwas schmalere Statur im Vergleich zu herkömmlichen Controllern fällt dabei eher wenig ins Gewicht, alle Tasten sind weiterhin gut erreichbar. Leider verfügt der dem System beiliegende Grip über keinerlei Ladefunktionen. Sind die Joy-Cons leer, müssen sie an das Tablet angeschlossen werden. Im Gegensatz zum großen Hauptgerät verspricht Nintendo jedoch rund 20 Stunden Akkulaufzeit für die Klein-Controller – das sollte also gut für einige Sessions reichen, bevor ihr die Flügelchen abends zum Laden an den Bildschirm im Dock anschließt.


Wer sich den ganzen Kleinkram ersparen möchte, kann natürlich auch zum klassisch gestalteten Pro-Controller greifen. Dieser wirkt extrem stabil und verfügt über eine Tastenanordnung nicht unähnlich den Eingabegeräten für Microsofts Xbox 360 und Xbox One. Soll heißen: Auf der linken Seite befindet sich der Analogstick über dem regulären Steuerkreuz, auf der rechten sind die Aktionstasten dem Stick übergeordnet. Bei den Schultertasten enttäuscht ein wenig, dass ZL und ZR weiterhin lediglich digital sind – das dürfte jedoch mitunter dem Portabilitätsgedanken des Switch-Konzepts geschuldet sein, schließlich ist das bei den Joy-Cons nicht anders. Was uns momentan hingegen noch stört, ist die Anordnung der zentralen Tasten. Die als Start- und Select-Knöpfe fungierenden Plus- und Minus-Buttons befinden sich am oberen Rand des Controllers, während der Home- und Capcture-Knopf ein wenig tiefer und damit so ziemlich zentral in der Fassung liegen – also genau dort, wo man die anderen Funktionstasten erwarten würde. Das ist wohlgemerkt auch der Joy-Con-Anordnung zuzuschreiben, da auch hier Plus und Minus am oberen Rand warten. Bei einem derartig traditionell wirkenden Controller kommt uns diese Anordnung aber doch irgendwie seltsam vor und hat schon zu einigen Beinahe-Fehlgriffen geführt.

Keine Hardware ohne Software: Das Spieleaufgebot
Nun hilft die beste Konsole und der knuffigste Controller nichts, wenn es keine anständigen Spiele für den Betrieb damit gibt. In Frankfurt war das Aufgebot insgesamt jedoch etwas überschaubar, gerade im Angesicht des baldigen Releases der Switch. Klar wurden Arms, Splatoon 2, Zelda: Breath of the Wild und 1-2-Switch groß präsentiert, doch bis auf das lang erwartete neue Abenteuer fehlt irgendwie ein richtiger Kracher. Irgendwas, was nicht wie ein Update eines Wii U-Konzepts oder eine Tech-Demo wirkt. Zudem versprachen viele Dritthersteller ihren Support der Konsole und Disgaea 5 Complete von NIS America erwies sich als große Überraschung auf der Veranstaltung, doch insgesamt war das Third-Party-Aufgebot vor Ort leider auch von Altware dominiert. Das kann und wird im Laufe des Lebens der Switch hoffentlich noch besser und einige Hoffnungsträger wie project Octopath Traveler vom Bravely-Team oder ein brandneues Shin Megami Tensei-Spiel haben sich bereits angekündigt, doch man wird das Gefühl nicht los, dass trotz Zelda und Mario Kart in Launchnähe zu Beginn eher Software-Dürre herrschen wird. Hoffentlich belehren uns die Entwicklungsstudios da draußen eines Besseren!

So viel zur allgemeinen Situation der Switch. Doch wie sehen unsere Redakteure den Stand der Hybrid-Konsole? Auf der zweiten Seite unseres Artikels teilen Alex und Tjark euch ihre persönlichen Eindrücke mit! ##neue_seite##
Erstes Fazit von Tjark Michael Wewetzer [Alanar]…
Ich hatte ja bereits in unserem Jahresrückblick geäußert, dass die Nintendo Switch bei mir gemischte Gefühle auslöst. Auf der einen Seite ist das Gerät so ziemlich genau das, was ich wollte: Eine als Handheld betreibbare Heimkonsole, mit der ich unterwegs gemütlich große Spiele zocken kann, ohne an meinen recht kompakten Fernseher gebunden zu sein, vor den ich mich für den optimalen Spielbetrieb etwas ungemütlich pflanzen muss. Quasi eine Fortführung des Wii U-Konzepts oder vielmehr genau das, was diese Konsole anstelle eines gescheiterten Dual-Screen-Konzepts für den Heimgebrauch eigentlich hätte sein müssen. Nur bin ich leider auch ein ziemlicher Träumer und male mir viele Dinge aus, die schöner sind, als es die Realität hergibt. Und jetzt will mir Nintendo genau dieses Konzept liefern, obwohl in meinem Kopf ständig Bedenken in Bezug auf Akkuleistung, Power, Port-Freundlichkeit und tatsächliche Portabilität herumspukten? Was?

Die gemischten Gefühle bleiben schlussendlich auch bestehen, allerdings haben sie sich nach meinem Besuch in Frankfurt und meiner Aufholjagd mit all den herumspukenden Informationen zum System eher verschoben. Schön ist, dass Switch tatsächlich Power hat. Wenn man den ersten Rufen trauen darf zwar nicht so viel wie die Konkurrenz – was halt die Ideallinie gewesen wäre, sich im tragbaren Format jedoch auch schwierig umsetzen lässt –, doch ausreichend, um beispielsweise Zelda: Breath of the Wild und Super Mario Odyssey gut aussehen zu lassen. Die Akkulaufzeit ist angesichts des Leistungssprungs ebenfalls ordentlich, ich persönlich hatte mit noch weniger als zweieinhalb bis sechs Stunden gerechnet. Hier bleibt natürlich noch die Frage offen, wie die Spielzeit erkauft wird, also was das Gerät an System-Features hat. Und dass die Joy-Cons im Einzelbetrieb wenigstens lange halten, wiegt die überschaubare Lebensdauer des Tablets auch ein wenig auf.


Ich werde allerdings partout das Gefühl nicht los, dass ich es hier wirklich nur mit einer leicht aufgemotzten Wii U zu tun habe. In Sachen Präsentation gab es bis auf Super Mario Odyssey vielleicht noch kein Switch-Spiel, bei dem ich dachte: „Boah, DAS packt Nintendos neue Maschine?“ Das Dritthersteller-Lineup, so sehr ich mich auch über den Port von Disgaea 5 freue, wirkt bislang wie ein Sammelsurium von Altware, für das einige Publisher wohl gaaaaanz tief in der Mottenkiste gewühlt haben müssen. Anders kann ich mir Ultra Street Fighter II und Super Bomberman R jedenfalls nicht erklären. Und das Launch-Lineup wirkt auf mich ebenfalls äußerst mager. Von den etwa fünf Spielen, die fest am 3. März erscheinen, sind vielleicht drei wirklich neu und nur eines von nennenswerter Substanz – da hatte selbst die Recycling-Station namens Wii U mehr zu bieten. Aber es gibt auch Lichtblicke, denn zumindest japanische Spieleschmieden zeigen sich äußerst interessiert an dem Gerät, wenn Atlus‘ nächstes Shin Megami Tensei und das ungewöhnliche project Octopath Traveler Indikatoren für die Zukunft wären. Da der To-Go-Gedanke der Switch gerade den japanischen Markt extrem ansprechen dürfte, wäre in dieser Richtung also nur auf mehr Support zu hoffen. Dann endet das Gerät womöglich nicht wie die viel gescholtene Wii U, sondern im schlimmsten Fall „nur“ wie die PS Vita von Konkurrent Sony.

Doch genug der Schwarzmalerei, denn trotz all meiner Bedenken und Sorgen bin ich ja schon irgendwie gespannt auf das, was Nintendo mit der Switch vor hat. Sofern die Spiele stimmen und ich mit meinem nischigen Geschmack versorgt werde, bin ich zufrieden. Ich meine, ich bin einer der wenigen da draußen, die mit ihrer Wii U tatsächlich zufrieden waren und etliche Stunden Spielzeit aus dem Gerät kitzeln konnten. Ich wünsche Nintendo auf jeden Fall das Beste und werde den Werdegang der Konsole bis zum letzten Atemzug begleiten!

Ersteindruck von Alexander Schneider [Gardevoir ex]…
Nun ist die sprichwörtliche Bombe also geplatzt – nachdem der im Oktober präsentierte Einführungstrailer mehr Fragen offen ließ als er Antworten geben konnte flutete uns Nintendo am letzten Freitag förmlich mit Informationen zum neuen Schmuckstück der japanischen Hardware- und Spieleschmiede. Natürlich verharrten die langjährigen wie treuen Fans schon im Vorfeld in heller Aufregung, viele sind bereits um 5 Uhr morgens aufgestanden oder gar so lange wachgeblieben – einfach nur, um sich diese womöglich historische Präsentation nicht entgehen zu lassen. Selbst die allgemeine, den Spielen ansonsten eher ferne Presse war merklich gespannt darauf, was man denn nun geboten bekommt, und auch die Spieler des technisch verwöhnten Sony- und Microsoft-Lagers wagten sicherlich einen kurzen Blick auf das Geschehen. Schließlich sollte es um nicht weniger als eine Revolution gehen! Mit der Nintendo Switch ist nämlich möglich, was zuvor unmöglich schien – Games für die Heimkonsole portabel zu machen. The Legend of Zelda: Breath of the Wild, Disgaea 5 Complete oder auch Mario Kart 8 Deluxe für unterwegs? Big-N macht’s möglich! Eigentlich ein Traum für jeden passionierten Spieler, wären da nicht die verbliebenen Fragezeichen und die offene Zukunft der Konsole. Und zu dieser Zukunft zählt natürlich auch der hoffentlich konstante Support von Third-Party-Entwicklern. Damit, dass dieser recht schnell ausblieb, hatte schließlich schon die Wii U zu kämpfen und es bescherte ihr letztlich nicht nur miese Verkaufszahlen und einen mäßigen Ruf, sondern den Untergang. Es gibt durchaus berechtigte Hoffnung, dass mit der Switch Besserung eintritt – Ubisoft etwa kündigte gleich mal drei Spiele an (Just Dance 2017, Rayman Legends: Definitive Edition und Steep), genauso wie NIS America für den Port von Disgaea 5 Complete sorgt. Hört sich alles wunderbar an, zumal da zum Teil wirklich großartige Titel dabei sind, wenn da nicht ein Problem wäre: Es sind eigentlich nur Portierungen. Die Switch als Müllhalde für virtuelle Recycling-Ware? Das hätte sie meiner Meinung nach nicht verdient. Eine Plattform, die mit derart beeindruckenden Innovationen bedacht wurde und deren grundsätzliche Qualität schon jetzt spürbar ist, die sollte nicht dieselbe Behandlung erfahren wie ihre (leider) gescheiterte Vorgängerin. Natürlich heißt das nicht, dass ich mich nicht selbst auf so manche Portierung freuen würde, zumal ich mir zum Beispiel Disgaea 5 Complete sogar zulegen werde. Nein, ich hoffe vielmehr, dass wir uns am Ende kaum mehr für ein Spiel entscheiden können, weil die Switch so viele Neuentwicklungen spendiert bekommt! Und fraglos ist es keine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn ich über mangelnden Dritthersteller-Support in ferner Zukunft sinniere, denn letztlich kommt ja häufig ohnehin alles anders als man zuvor vielleicht gedacht hat. Ist man nach den Erlebnissen mit der Wii U vielleicht einfach ein gebranntes Kind? Nach Nintendos Präsentation, die mich in vielen Punkten sehr begeistert hat, bleibe ich jedenfalls erstmal optimistisch und hoffnungsvoll, da ich mir eigentlich kaum vorstellen kann, dass die Entwickler Nintendos spannendes Konzept nicht auch für sich nutzen wollen.


Ein anderes Sorgenkind der Switch war für viele natürlich der Akku. 2,5 Stunden bis 6,5 Stunden soll er nach Angaben von Nintendo halten, The Legend of Zelda: Breath of the Wild soll unterwegs etwa drei Stunden lang spielbar sein. Keine Frage, eine zu kurze Akkulaufzeit hätte dem Gerät die Existenzberechtigung entzogen, da sich die Existenz der Switch eigentlich maßgeblich auf ihrer Dualität zwischen Heimkonsole und Handheld gründet und sie als bloße Heimkonsole praktisch keine Chance hätte. Die von Nintendo ins Spiel gebrachten Richtwerte jedenfalls enttäuschen mich nicht unbedingt, sie lassen aber auch keine Euphorie aufkommen. Selbstredend hängt es vom jeweiligen Spiel ab, wie lange der Akku mitmacht, und 6,5 Stunden oder auch nur 5 Stunden wären wirklich in Ordnung, 2,5 Stunden klingen für mich allerdings schon ausbaufähig. Immerhin ist es möglich, zu spielen, während die Konsole geladen wird, und noch dazu kann der geneigte Spieler tragbare USB-Batterien nutzen. Das besänftigt dann doch ein wenig, da man die Laufzeit auf diesem Wege beliebig strecken könnte. Ein weiterer Streitpunkt ist das Thema „kostenpflichtiger Online-Dienst“ – nicht wenige wenden sich deshalb sogar von der Konsole ab, wenngleich die Konkurrenz ebenfalls auf kostspielige Modelle setzt. Auch ich halte grundsätzlich nichts von dem Vorgehen, den Kunden auszupressen wie eine Zitrone, allerdings werde ich die unliebsame Kröte wohl schlucken müssen. Was bleibt einem auch anderes übrig, wenn man die Spiele und ihre Online-Features nutzen möchte? Eben diese Alternativlosigkeit ist es ja, die Nintendo erst dazu befähigt, einen solchen Schritt zu gehen und eben keinen kostenlosen Online-Dienst mehr anzubieten. Da wäre es eigentlich konsequent, ein Veto einzulegen und da nicht mitzumachen – Nintendo weiß allerdings, dass viele Spieler genau das eben nicht übers Herz bringen würden. Was bleibt einem auch übrig? Die Konkurrenz hat schon vor Jahren den gleichen Weg eingeschlagen, den Nintendo nun meint gehen zu müssen. Ich selbst zahle ohnehin schon für PlayStation Plus, bin es also ohnehin gewohnt. Für gut befinden muss ich diese Taktik, nur weil ich ihr ohnehin kaum ausweichen kann, allerdings längst nicht. Ja, ich finde das künftige Konzept bedenklich, und sei es nur meine Moral, die dagegen spricht. Gewinnmaximierung ist das eine, man muss den Kunden letztlich aber auch ernst nehmen. Gibt man dem Kunden das Gefühl, er sei nichts als ein Geldlieferant, dann könnte das trotz kurzfristiger Gewinne langfristige Einbußen bedeuten. Selbstverständlich ist Nintendo ein weltweit agierender Großkonzern, der gewissen Umsatz schlicht und ergreifend benötigt, und natürlich gönne ich ihnen jeden einzelnen Cent, den sie mit ihren oft herausragenden Spielen verdienen. Ich bin niemand, der ein Kunstwerk nicht zu schätzen weiß. Kassiert man aber für Online-Dienste, dann kassiert man nicht für Arbeit, nicht für Kunst, nicht für wirkliche Wertigkeit. Man kassiert für etwas, das man eigentlich nur verwalten muss. Und gerade weil Nintendo in den Augen vieler ein außergewöhnlicher Konzern ist, der eben nicht jeden Weg der Konkurrenz beschreitet, sind viele Spieler wahrscheinlich enttäuscht. Kostenpflichtige Online-Features sind eben auch ein Bruch mit der Tradition, mit dem Gewohnten. Für mich stand Nintendo eigentlich immer ein wenig für Romantik im beinharten Spielebusiness – auch ich werde mich an die neuen Zeiten gewöhnen müssen. So schwer mir das auch fällt…


Ansonsten gibt es natürlich unzählige Gründe zur Freude. Kein Region Lock mehr, endlich! Die Joy-Cons versprechen frisches Gameplay en masse, und den Preis der Konsole kann man eigentlich erst beurteilen, wenn man sie selbst in den Händen hält und ihre Wertigkeit einschätzen kann. Auch das Feature, im Spielgeschehen jederzeit Screenshots machen und später sogar Videos aufnehmen zu können, kommt mir sehr entgegen. Ich empfinde das Miiverse zwar durchaus als nette Idee, die direkte Einbindung der sozialen Netwerke ist aus meiner Sicht aber doch komfortabler. Leider konnte ich die Switch bis dato nicht ausprobieren – angesichts meines schon jetzt sehr ausführlichen Textes denke ich aber, dass Nintendo mit der Switch-Präsentation einen guten und umfassenden Eindruck vermitteln konnte. Zumindest fühle ich mich gut informiert. Was die Software – das Herzstück einer jeden Hardware-Generation – angeht, so erblicke ich am Horizont bereits einige verheißungsvolle Kandidaten: The Legend of Zelda: Breath of the Wild haut nicht nur mich um und könnte das Spiel des Jahrzehnts werden, Disgaea 5 Complete macht mit knallbunter Optik und schrägem Gameplay Lust auf mehr, Mario Kart 8 Deluxe ist allem Anschein nach das bisher ausgereifteste Mario Kart, Splatoon 2 wird natürlich kein absoluter Reinfall werden, FIFA kehrt endlich zu Nintendo zurück (auch wenn ich weiterhin zur PS4-Fassung greifen werde!), Fire Emblem Warriors lässt mir als Fire Emblem-Fanatiker schon jetzt das Wasser im Munde zusammenlaufen, der kommende Shin Megami Tensei-Ableger dürfte ein Fest für alle RPG-Fans und natürlich auch für mich werden und last but not least überzeugt Super Mario Odyssey schon in seinem ersten Trailer mit fantastischer Optik und lebendigem Großstadt-Setting. Was bleibt da noch zu wünschen übrig? Die Switch erscheint nach meinem Eindruck schon jetzt wertiger als die Wii U, und ich werde sie aufgrund der uneingeschränkten Portabilität auch wesentlich öfter nutzen. Ich gebe zu: Das GamePad der Wii U habe ich meistens links liegen lassen, denn ich wollte mich mit diesem Teil nicht an die Couch des Wohnzimmers fesseln lassen – hier ist die Switch schon ein riesiger Schritt nach vorne. Endlich auch mal in anderen Räumen oder sogar draußen spielen! Auch der Software-Nachschub der Wii U ließ vor allem zum Ende hin arg nach, was der Switch hoffentlich nicht passieren wird. So oder so bleibe ich optimistisch und glaube fest daran, dass Nintendo sich mit der Switch nicht nur selbst retten, sondern auch die Spielerscharen beglücken wird! Es ist angerichtet. Was jetzt noch fehlt, ist lediglich der stetige Software-Zufluss aus allen Lagern. Gibt es diesen, bin ich der Erste, der freudestrahlend durch die Gegend hüpft!

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