Shinji Mikami: Zu viele Spiele sind nur interessant für Japaner

Der Gong läutet zu Runde 2. Bereits vor einer Woche beklagte sich das ehemalige Capcom-Urgestein Shinji Mikami über die aktuelle Situation, in der sich japanische Videospiele derzeit befinden. Daraufhin sandte er einen Appell an japanische Entwickler aus, sie sollen Videospiele so aufwendig produzieren, wie es Hollywood bei Filmen handhabt. Damit lenkte Mikami die Aufmerksamkeit auf sich und erntete auch viel Kritik. Ein Bekenntnis an die westliche Kultur und ihre Videospiele. Wenn es nach Mikami ginge, sollten viele Entwickler darüber nachdenken.

In einem Interview mit CVG vertieft er nun seine Vorstellungen. Angeblich sind es die Anime- und Fantasy-orientierten Titel, die den Erfolg im Westen verwehren. Auf die Bemerkung, dass in der jüngeren Vergangenheit viele tolle Spiele aus Japan kamen, entgegnete Mikami:

„Ja, aber sicher. Das sind grandiose Spiele – aber es gibt nicht genug von ihnen. So viele Titel sind ausgelegt auf die Anime- oder Fantasy-Thematik und interessieren hauptsächlich japanische Spieler. Die meisten Videospieler im Westen interessieren sich nicht für Anime. Als das Clover-Studio noch existierte, erschufen wir dort Ōkami. Es war ein atemberaubendes Spiel, allerdings hat es sich nicht gut verkauft. Ein Grund mehr zur Annahme, westliche Käufer sind an dieser Art von Videospielen nicht interessiert. Wahrscheinlich wecken eher unkomplizierte Titel ihr Interesse.“

Damit wirbelt Shinji Mikami längst vergessene Klischees über das anspruchslose Publikum aus dem Westen auf. Leider aber kann Mikami auch zu viele Fakten vorlegen, um seine Theorien zu beweisen.

Es gleicht einer verkehrten Welt. Der Japaner will die Spiele aus dem Westen. Die westlichen Käufer verlangen dafür aber endlich die Lokalisierungen etlicher japanischer Spiele.

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