Vor knapp acht Jahren fieberten zwei gewisse Menschenkinder mit ungebrochener Zuversicht dem Weihnachtsabend entgegen. Doch auch eine Spur von Angst schwang in ihrer Vorfreude mit: Vielleicht hatte der Weihnachtsmann -der dem eigenen Papa verdächtig ähnlich sah- ihren Wunschzettel verloren und würde nun statt dem Heißbegehrten lediglich ein paar Socken und Pullover mit absurden Stickereien bringen? Der 24. Dezember 2000 kam und die beiden Betroffenen hüpften bereits den ganzen Tag voller Aufregung durch die Wohnung. Am Abend war es endlich soweit: Die Mutter rief die Kinder herbei und die unter dem Weihnachtsbaum aufgetürmten Geschenke wurden in einer gnadenlosen Papier-Fetz-Orgie aufgerissen: Das Mädchen hielt triumphierend das Gameboy-Spiel „Pokémon – Rote Edition“ in die Höhe und steckte das Modul sofort ungeduldig in den Schacht ihres gelben GameBoy Pocket. Der kleine Bruder folgte wenige Sekunden mit einem Freudenschrei über „Pokémon – Blaue Edition“, rannte ebenfalls seinen GameBoy holen und begann mit glänzenden Augen zu spielen. Die restlichen Geschenke waren vergessen und die beiden verbrachten die nächsten Wochen und Monate damit, tagein tagaus zu spielen, Pokémon zu zeichnen, die zugehörige TV-Serie zu schauen, sich Strategien für das beste Team zu überlegen und sich mittels Link-Kabel zu duellieren. Auch in der Schule war längst der Pokémon-Wahn ausgebrochen – voller Eifer tauschte man das seltene Pokémon Mew, trat gegeneinander an, sang zusammen den Soundtrack rauf und runter und philosophierte über die effektivsten Kampfstrategien. Seitdem ist nun einige Zeit vergangen, diverse Pokémon-Titel erschienen und wir sind schließlich beim zweiten Spin-Off der Serie namens „Pokémon Mystery Dungeon“ angelangt. Auch dieses erscheint -quasi traditionell bedingt- in zwei Versionen namens „Erkundungsteam Dunkelheit“ und “Erkundungsteam Zeit“. Wir haben uns den Nachfolger der GBA-Software geschnappt und geprüft, ob dieser Teil die alte Pokémon–Leidenschaft wieder aufflammen zu lassen vermag.