Die Karriere eines typischen Videospiels ist mit der Laufbahn eines durchschnittlichen Castingshow-Teilnehmers vergleichbar. Während der Sendung wird ein großer Hype aufgebaut, Dieter Bohlen beleidigt den engagierten Jungstar ausnahmsweise mal nicht, sondern macht jede Menge Werbung, dann kommt die CD auf den Markt, steigt in die Top 10 ein und danach war’s das auch mit der Karriere. Die wenigsten schaffen es, ein zweites Album (erfolgreich) auf den Markt zu bringen. Videospiele funktionieren ähnlich: Vor dem Release werden durch ständige News, Previews und ungebremste Spekulationen sämtliche Schnippelchen der Vorfreude zusammengeschürt. Die Rolle von Dieter Bohlen übernehmen enthusiastische Fans in diversen Foren oder gar die Berichterstattung in Spielemagazinen oder auf Internetseiten, wie PlanetDS. Dann kommt das Spiel auf den Markt, die Fans kaufen das vielversprechende Produkt, spielen es, diskutieren ausführlich über Plus- und Minuspunkte und dann – tote Hose. Keiner spricht mehr darüber, es wird kaum noch gekauft (oder gar verkauft) und am Ende droht das digitale Dschungelcamp – die Heft-CD der Computer BILD Spiele.
Einige wenige Spiele schaffen es aber, einen anderen Karriereweg einzuschlagen. „Geometry Wars“ hat dieses vermeintliche Wunder vollbracht. Angefangen hat alles als kleines Minispiel in „Project Gotham Racing 2“ für die X-Box. Danach erschien ein aufgemotzte Version als Download für die X-Box 360. Den nächsten Schritt auf der Karriereleiter stellt schließlich „Geometry Wars: Galaxies“ auf dem Nintendo DS und der Wii dar. Schauen wir mal, ob das einzigartige Geschicklichkeits-Spiel auch vernünftig singen kann, oder ob es doch nur ein weiterer Dieter Bohlen-Zögling ist. Hoffentlich hat sich’s einen passenden Song ausgewählt…