Frischer Test: Sonic Rush Adventure

Die guten alten 80er-Jahre: Die Videospielindustrie steckte noch in den Kinderschuhen, die Grafikansprüche der Konsumenten lagen in etwa so hoch wie die Tiefseekorallenriffe in der Karibik und die fröhlich und relativ träge umherhopsenden 10-Pixel-Charaktere wie Mario und Co. sonnten sich gemütlich in Allerweltsruhm. Schon damals war der rotbemützte Klempner aus Brrrrooklyn das Nummer 1-Maskottchen von Branchenführer Nintendo. Konkurrent Sega wollte natürlich nicht wie ein lahmer Gaul hinterher traben und kreierte seinen eigenen kleinen virtuellen Helden, auch als Alex Kidd bekannt. Leider fehlte es dem Häufchen uncharismatischen Pixelbreis etwas an Feuer, Temperament und erwachsener Überzeugungskraft, weshalb am Ende doch wieder Mario die Nase vorn behielt.

Die 90er-Jahre sollten dann die Wende bringen – mit einem Facelifting wollte Sega sein Image aufpolieren: Ein neues Maskottchen musste her, welches die schnelle und frische Power der neu auf den Markt gekommenen Mega Drive-Konsole unter Beweis stellen sollte. Was wäre da besser geeignet als ein Igel!!! Moment, ein Igel? Richtig, nämlich dann, wenn er blau und ultraschnell ist, mit einer streng gestylten Spike-Frisur daherkommt und auf den Namen SONIC hört. Ab 1991 fegte Segas neues Maskottchen mit Highspeed über Loopings, Rampen und megalange Geraden und eroberte die Herzen der Videospielgemeinde sprichwörtlich im Sturm.

Vorsicht! Beim Kauf eines Sonic-Spiels kann leider keine Gewährleistung auf eine unzerzauste Frisur gegeben werden. Lang lang ist es her und seither sind unzählige Spiele und Spin-Offs mit dem marinblauen Igel erschienen. In den letzten Jahren bedauerlicherweise etwas eingerostet, versucht Sega nun mit einem brandneuen Abenteuer, Sonic wieder den ursprünglichen Glanz zu verleihen. Als indirekter Nachfolger von DS-Raserei „Sonic Rush“ muss sich „Sonic Rush Adventure“ nun in unserem gnadenlosen Überschalltest in einer Unterdruckkabine unter Beweis stellen…

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