Die Wanduhr zeigt 96 Minuten vor Mitternacht, draußen ist es längst dunkel geworden und soeben kehrt die Redaktion aus dem Vorgarten zurück in das aufgewärmte Haus. Und was sollen wir sagen: Alle Ostereier wurden gefunden, man mag es kaum glauben! Zwar glückte die Mission nicht ohne den Einsatz von Taschenlampen, Wünschelruten und einer Leiter (um zwei Ostereier aus der Krone eines riesigen Kastanienbaums zu bergen) und auch diverse Verletzungen, verschmutze Kleidungsstücke sowie ein aufgeschrecktes Igelpaar ließen sich nicht vermeiden. Nach erledigter Arbeit können wir uns aber nun beruhigt zurücklehnen und die hungrigen Bäuche mit Schokoladenhasen und gekochten Eiern füllen.
Unterm Strich haben wir sagenhafte neun Stunden und sechsundzwanzig Minuten für das diesmalige Ostereiersuchen gebraucht, womit der Rekord aus dem Vorjahr (reichliche 11 Stunden, zwei umgeworfene Mülltonnen und ein verschollenes Redaktionsmitglied) bei Weitem gebrochen wurde. Hurra!
Wer in den vergangenen Jahren fleißig unsere „Frohe Ostern“-News verfolgt hat, weiß um den redaktionsinternen Gedichts-Fetischismus (wie ihr auch hier noch mal nachlesen könnt). Was 2006 noch Hoffmann von Fallersleben für uns schreiben musste, präsentieren wir euch heute aus eigener Feder – ein österliches Gedicht zum überraschenden Thema „Das Ei“. Viel Spaß dabei, juchei!
Es sei gesagt wie Zauberei:
Einerlei ist’s das Ei im Einheitsbrei,
welches brachte uns im Mai der Kurzschwanzpapagei aus Paraguay herbei,
zweierlei das feine Straußenei aus Shanghai,
nebenbei noch keimfrei das Ei Nummer dreihundertdrei,
festgehalten auf der Adressenkartei der Kanzlei in der Norderney.
Doch was klingt herbei, bei Ei Numero zwei, dem feinen Straußenei?
Ein Angstschrei, jo mey, doch keine Gefühlsduselei:
Gott steh mir bei – es ist die Autobahnpolizeikontrollpartei,
verwickelt in eine Schießerei mit dem Diebeseinerlei aus Paraguay,
die nebenbei lassen fallen das wertvolle Straußenei,
gestohlen aus der Konditorei, wo der Chinese sitzend mit seiner Schalmei,
das Straußenei bricht entzwei, der Chinese: „Verzeih!“,
doch da war’s schon Spiegelei.
Mit diesen poetischen Zeilen wünschen wir euch ein gesegnetes und frohes Osterfest, auch wenn sich der Ostersonntag schon seinem Ende zuneigt. Vergesst aber bitte nicht, dass wir in diesen Tagen weder die Erfindung des Osterhasen noch den Frühlingsanfang, sondern die Auferstehung Jesu Christi feiern, der sich als Sohn Gottes für die Menschheit geopfert hat.
Eure Redaktion