Erst die 3D-Shooter, jetzt sind die Autorennspiele dran:
Nach einer Pilotstudie des Allianz Zentrum für Technik (AZT) in München mehren sich die Annahmen, dass sich das rücksichtslose Fahren in sogenannten Street Racing Games wie z.B. Need for Speed Underground negativ auf das Verhalten im echten Straßenverkehr auswirken soll. „Wir haben in Bayern 657 männliche Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren ausdrücklich zu dem Thema Auto-Rennspiele befragt“, sagt Diplom-Psychologe Jörg Kubitzki vom AZT. „25 Prozent der Jugendlichen gaben an, schon vor ihrem 18. Geburtstag mit dem Auto Erfahrungen im Straßenverkehr gemacht zu haben, und 4,6 Prozent, auch schon illegale Rennen gefahren zu sein.“
Zwar sollen die Zahlen dieser Pilotstudie noch keine Rückschlüsse auf Zusammenhänge mit rücksichtlosem Fahrverhalten auf deutschen Straßen zulassen. Es sei jedoch ein Grund, das Thema weiter im Auge zu behalten. Kubitzki mahnt: „Grundsätzlich belohnt die Philosophie dieser Spiele das Brechen von Regeln sowie ein zu Gewalt neigendes Verhalten. Sie sind kein Kinderspielzeug und sollten nicht an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft werden.“
Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa in Stuttgart sieht das Problem jedoch eher bei den Eltern der Spieler: „Die selben Eltern, die ihre vom Straßenverkehr gefährdeten Kinder in die geschützte Wohnung holen, lassen es zu, dass sich ihre Sprösslinge am Computer aggressive Verkehrsspiele reinziehen“
Es gibt jedoch auch Leute, die auf der Seite der Gamer stehen. „Schon ein Heranwachsender kann unterscheiden, in welcher Welt er sich gerade bewegt“, so Professor Jürgen Fritz, Leiter des Forschungsschwerpunktes «Wirkung virtueller Welten» an der Fachhochschule Köln. Natürlich könnte es riskant sein, wenn jemand bereits leichtsinnig fährt und das dann auch noch virtuell gefahrlos ausleben kann. „Aber eine generelle Aussage, dass solche Spiele problematisch sind, würde ich nicht treffen wollen.“