Perrin Kaplan, Vice President von Nintendo of America’s Marketingabteilung, hat sich in einem Interview des GMRMagazins über Nintendos Einschätzung der aktuellen Marktlage und Sonys PSP geäußert. Hier einige der wichtigsten Aussagen dieses Gesprächs:
Auf die Frage, was Nintendos Problem sei, antwortete Kaplan: „Es gibt drei verschiedene Arten, dies zu sehen. Eine wäre, wie wir uns auf dem finanziellen Sektor schlagen, und da sind wir klar Nr. 1. Zweitens, wo sind wir in der Wahrnehmung [der Kunden], und dort leiden wir unter einem dritten Platz. Und dann drittens die momentane Realität der Marktanteile, und ich würde sagen, dass wir da weltweit Nr. 2 sind.“
Auch zum Kiddie-Image Nintendos äußerte sie sich: „Wir haben die gleichen Sachen wie alle anderen, aber wegen der Art, wie wir wahrgenommen werden, schauen die Leute gar nicht erst hin.“
Ein anderes Thema war die Art der Spiele-Releases (in diesem Fall für Gamecube): „Nintendo ist für Qualitätsspiele bekannt. Wenn wir es fertiggebracht hätten, gleich eine Menge von ihnen nah beieinander herauszubringen, die Konsumenten nicht in solch einer Wartehaltung verharren zu lassen, hätten wir uns besser geschlagen.“
Auch grundsätzliche eigene Fehler Nintendos räumt Kaplan ein: „Wir haben mehr Zeit damit verbracht, nach innen auf unsere eigene Entwicklung zu schauen, als auf die Drittentwickler, ob die uns helfen konnten, und was für sie drin wäre. Wir haben irgendwie vergessen, dass sich die Zeiten ein kleines bisschen geändert haben.“
Bei der Frage, wie Nintendo zu Sonys PSP stehe, gibt sie allerdings immer noch die gängige Firmenmeinung wieder: „Wir nehmen Herausforderer immer ernst. Aber bei unserem Marktanteil von 98% liegt die Herausforderung auf Seiten von Sony. Das soll nicht heißen, wir könnten uns auf unseren Lorbeeren ausruhen – das können wir nicht. Wir sind sehr aufmerksam und nehmen es immer ernst.“
Was soll Nintendo also machen? – „Sie sagen ‚Was wird Nintendo da unternehmen?‘ Uns gehören 98% des Marktes. Was wird Sony da unternehmen? (…) Ich will nicht behaupten, wir seien unantastbar; wir müssen sehr hart arbeiten, um die Basis von dem, was wir haben, zu bewahren. Aber Sony muss die magischen Zutaten ins rechte Gleichgewicht bringen, und das wird die Herausforderung. Der Preis ist entscheidend, die Spieleauswahl ist entscheidend, Tragbarkeit ist entscheidend, die Haltbarkeit der Batterien ist entscheidend, die Größe ist entscheidend. Wenn Sony ein System herausbringt, das acht verschiedene Sachen kann, reden Sie über zwei verschiedene Produkte.“
Über Nintendos Zukunftspläne: „Ich kann die Zukunft nicht vorhersagen. Sie hängt davon ab, was Sony tun wird. Sie hängt auch davon ab, was wir in unser neues System legen. Wenn wir das nächste System herausbringen, wollen wir weiterhin das Richtige tun. Das ist ein Gebiet, auf dem wir ziemlich sicher sind, dass wir wissen, was wir tun; wir müssen nur damit weitermachen.“
Und letztendlich gab Kaplan auch einen Kommentar zum Konsolenkrieg ab: „Es ist sehr, sehr wahrscheinlich, dass wir als letzte übrig bleiben.“