149 Millionen Euro Strafe ! – Nintendo erhebt Einspruch

Wie wir berichteten hat die EU Nintendo angeklagt, über Jahre hinweg gegen europäische Kartellrichtlinien verstoßen zu haben. Heute gab die Europäische Kommission die Höhe der Strafe bekannt: Nintendo und die sieben exklusiven europäischen Vertriebspartner müssen insgesamt 167,8 Millionen Euro Strafe zahlen. 149 Mio. Euro des Bußgeldes entfallen dabei allein auf Nintendo. Mit diesem Urteil zog die Kommission einen Schlussstrich unter die bereits seit 1995 laufende Untersuchung.

In der Urteilsbegründung heißt es, Nintendo und die sieben Vertriebspartner haben zwischen 1991 und 1998 nachweislich Absprachen getroffen, die eine Ausfuhr von Produkten aus Hochpreis- in Niedrigpreisländer verhindern sollten. Überdies habe Nintendo selbst zu einem Zeitpunkt, als die Untersuchung schon im Gange war, sein Verhalten nicht geändert und Verfehlungen geleugnet. EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti kommentierte den Vorgang folgendermaßen: „Millionen europäischer Familien geben jedes Jahr Millionenbeträge für Videospiele aus. Als Verbraucher haben sie das Recht, die Spiele und Konsolen zum günstigsten Preis auf dem Markt zu erstehen“.

Das Bußgeld gegen Nintendo ist die vierthöchste Strafe, die die Europäische Kommission jemals gegen ein einzelnes Unternehmen wegen Kartellrechtsverstößen verhängt hat.

Update: Nintendo erhebt Einspruch:

Soeben hat Nintendo in einer Presserklärung erklärt, Einspruch gegen die Entscheidung der Europäischen Kommission zu erheben. Nintendo habe die Untersuchungen umfangreich unterstützt. Weiterhin heißt es „Nintendo akzeptiert die Auffassung der EU-Kommission, dass die Distributionspraktiken des Unternehmens bis 1998 nicht im Einklang mit dem EU-Wettbewerbsrecht standen. Daraufhin korrigierte Nintendo die relevanten Aspekte seiner Distributionspolitik in Europa.“ Hinsichtlich der Strafe sagte Nintendo, dass die Entscheidung bei vorangegangenen Planungen berücksichtigt worden sei und keine Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit oder Finanzkraft der Firma haben werde. „Jedoch wird Nintendo aufgrund der überraschenden Höhe der Strafe Einspruch gegen die Entscheidung einlegen“.

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